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Aktuelle Preise KW 45/19

(Baden-Württemberg)
 

Brotweizen
150
€/t
Braugerste
180
€/t
Futtergerste
137
€/t
Körnermais
145
€/t
Raps
365
€/t

Quelle: LBV

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Moderater Aufwärtstrend der Rapspreise

In Europa wurden in der Ernte 2019 nach aktuellen Schätzungen der EU-Kommission lediglich 16,9 Mio.t Raps gedroschen. In Deutschland waren es laut Statistischem Bundesamt nur 2,85 Mio.t. Dabei liegt eine „normale“ EU-Rapsernte zwischen 20 bis 22 Mio.t, in Deutschland lag der 5-jährige Durchschnitt bei Raps zuletzt um 4,9 Mio.t. Auch die WELT-Rapsbilanz weist nach den Oktoberzahlen des USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) für 2019/20 ein deutliches Defizit aus. Einer Produktion von 68,6 Mio.t steht ein Verbrauch von 70,1 Mio.t gegenüber, mit dem Ergebnis, dass die Endbestände auf 6,4 Mio.t schrumpfen werden. Eigentlich sollten diese fundamentalen Daten den Rapspreisen Flügel verleihen.

Eigentlich - wäre da nicht die wichtigste Ölsaat Soja und der derzeitige Handelsstreit zwischen USA und China. Zwar wird die Welt-Sojabilanz 2019/20 aufgrund einer schwachen US-Ernte (minus 20%) ebenfalls defizitär eingeschätzt. Aber der Handelsstreit führte dazu, dass die Sojabestände bis zur Jahresmitte 2019 in den USA drastisch auf mehr als das Doppelte der „normalen“ Bestände angewachsen waren. Diese Tatsache hemmte in Verbindung mit dem Handelsstreit die Preisentwicklung nach oben. Aktuell besteht wieder Hoffnung zumindest auf teilweise Einigung in der Handelskrise. Davon profitieren die Sojakurse in den USA, aber auch die Rapskurse in Paris. Vergessen darf man allerdings nicht, dass im Moment nur eingeschränkt Stützung von Seiten der Rohölpreise kommt, was für eine Begrenzung der Rapspreise nach oben sorgen könnte.

Ob also an der MATIF noch 2019 die 400 €/t-Grenze geknackt werden kann ist eher fraglich. Solange der Streit zwischen USA und China weiter schwelt, sich dadurch US-Bohnen massiv den Weg auf den europäischen Markt suchen, ist es fraglich ob Rapsschrot und –öl einen Rohstoffpreis von 400 €/t hergeben können. Ein Splitten der Vermarktung könnte der richtige Weg sein. Einige Erfasser bieten auch Vermarktungsmodelle/ Börsenmodelle an, mit welchen man die Entscheidung noch offen lassen kann. Hier muss allerdings das Kosten/Nutzen -Verhältnis wohl abgewogen werden.

© Schmid,  LEL Schwäbsich Gmünd

Stand: 06.11.2019

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AGRARMÄRKTE 2019

Kapitel 2 Getreide

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