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KW 03/22

 

Weizenkurse zum Jahreswechsel im Konsolidierungsmodus

Nach den Januarzahlen des USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) befindet sich die Welt-Weizenbilanz 2021/22 zwar noch immer im Defizit. Die guten Ernteerwartungen in Australien und Argentinien, von denen bereits im Dezember berichtet wurde, haben aber das Bild von Dezember deutlich verbessert. Mit einer leicht nach oben korrigierten Ernte von 778,6 Mio.t bei einem marginal zurückgenommenen Verbrauch von 785,6 Mio.t geht man nun davon aus, dass der Rückgang der Endbestände nur noch minus 8,9 Mio.t (Vormonat minus 11,5) betragen wird. Diese Nachrichten in Verbindung mit leicht geringer ausfallenden Exporten aus der EU-27 verpassten den Weizenkursen an der MATIF, beginnend bereits vor Veröffentlichung der Januarzahlen des USDA, eine Abwärtskorrektur. Auch weltweit verlor Weizen rund 15% in den zurückliegenden 6 Wochen. Notierte Märzweizen an der CBoT (Chicago Board of Trade) in der Spitze Ende November noch bei knapp 870 US-Cent/Buschel, so sind es aktuell nur noch um 750.

Die Konsolidierung war zu erwarten, kam aber früher als von vielen vermutet. Denn die außergewöhnlich hohen Kurse waren durch fundamentale Daten nicht zu erklären. Immerhin fällt die Welt-Gesamt-Getreidebilanz 2021/22 bislang mit einem Minus von nur rund 3 Mio.t deutlich entspannter aus als im Vorjahr. Die Vorjahresbilanz 2020/21 wies ein Defizit von knapp minus 22 Mio.t Bestandsabbau auf. Dennoch ist Ware am physischen unverändert gesucht. Die Erzeugerpreise für Ware alter Ernte halten sich auf ansprechendem Niveau. Brotweizen wurde in KW2 im Süden Deutschlands bei 265 €/t besprochen. 

Wie geht es weiter. Ob wir an der Börse in den nächsten Wochen nochmals die 300 bei Weizen alter Ernte sehen ist, wenn es nicht noch zu deutlichen Rücknahmen der Ernten in Australien oder Argentinien kommt, eher zu bezweifeln. Schmerzlich ist, dass die Kurse für neue Ernte auch um 30 €/t von in der Spitze 270 auf jetzt rund 240 €/t nachgegeben haben. Wer bislang noch keine Teilverkäufe auf neue Ernte getätigt hat sollte den Markt jetzt genau beobachten und nicht allzu lange mit einem Abschluss zögern. Auch wenn sich nochmals eine leichte Befestigung einstellen könnte - in Richtung Frühjahr ist im Regelfall damit zu rechnen, dass Kurse und Preise nochmals nachgeben. 

© W. Schmid, LEL Schwäbisch Gmünd
www.agrarmaerkte-bw.de

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