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Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) - Teil A

Ziel:

Unterstützung einer wettbewerbsfähigen, besonders umweltschonenden und besonders tiergerechten Landwirtschaft durch Förderung von Investitionen in langlebige Wirtschaftsgüter, insbesondere:

  • Verbesserung der Lebens-, Produktions- und Arbeitsbedingungen unter Berücksichtigung der Verbraucherinteressen und Erhalt der biologischen Vielfalt.
  • Erfüllung besonderer Anforderungen im Bereich Tierschutz.

Mittelherkunft:

Im Rahmen des MEPL III:

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums - ELER, Bund, Baden-Württemberg

Zuwendungsempfänger:

Natürliche oder juristische Personen, die Kleinst- oder kleine Unternehmen, unabhängig von der gewählten Rechtsform, führen:

  • Mind. 25 % der Umsatzerlöse aus Bodenbewirtschaftung oder bodengebundener Tierhaltung.
  • Mindestgröße nach dem Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte (ALG). 

Natürliche oder juristische Personen, die im Sinne des Anhangs 1 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 Kleinst- oder kleine Unternehmen führen, dabei unmittelbar kirchliche, gemeinnützige oder mildtätige Zwecke verfolgen und einen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaften.

Betriebszusammenschlüsse von Landwirtinnen und Landwirten

Förderfähige Maßnahmen:

Förderfähig sind Investitionen in langlebige Wirtschaftsgüter einschließlich der Erschließungsmaßnahmen, wie z.B.

  • Errichtung oder Modernisierung von unbeweglichem Vermögen (z. B. Ställe mit höherem Platzangebot für Rinder, Schweine und Geflügel, Gewächshäuser, klimatisierte Lagerräume für Obst und Gemüse).
  • Kauf von neuen Anlagen der Innenwirtschaft, einschließlich der für den Produktionsprozess notwendigen Computersoftware, bis zum marktüblichen Wert des Wirtschaftsgutes.
  • Kauf von neuen Maschinen und Geräten der Außenwirtschaft, die zu einer deutlichen Minderung von Emissionen bei der Aufbringung von Wirtschaftsdüngern oder zu einer deutlichen Minderung von Umweltbelastungen bei einer Anwendung von Pflanzenschutzmittel oder zu einer deutlichen Minderung von Umweltbelastungen durch gezielte Unkrautbekämpfung mittels neuartiger mechanischer Verfahren führen. Die Teilmaßnahme ist befristet bis zum 31.12.2020.
  • Investitionen in bauliche Anlagen der Tierhaltung  sofern die vorhandenen und geplanten Tierplätze im antragstellenden Unternehmen die für folgende Tierarten festgelegten Angaben nicht überschreiten. Die Bestandsobergrenzen gelten nicht für Investitionen in Anlagen der Schweine- und Geflügelhaltung, die die Anforderungen der Premiumförderung an eine besonders tiergerechte Haltung erfüllen.

Tierart

Tierplätze

Hennen

15.000

Junghennen

30.000

Mastgeflügel

30.000

Truthühner

15.000

Rinder (davon maximal 300 Milchkühe; einschließlich Aufzuchtkälber bis 6 Monate)

600

Kälber (Mast)

500

Mastschweine

3.000

Zuchtsauen einschließlich Ferkel bis 30 kg

560

Ferkel (10-30 kg)

4.500

  • Anlage von Dauerkulturen im Obstbau, Hagelnetze, sofern keine Förderung im Rahmen eines operationellen Programmes einer Erzeugergemeinschaft erfolgt. 
  • Allgemeine Aufwendungen etwa für Architektur- und Ingenieurleistung, Beratung und Betreuung von baulichen Investitionen, Durchführbarkeitsstudien bis zu einem Höchstsatz.

Förderungsausschluss:

Von der Förderung sind ausgeschlossen:

  • Landkauf
  • Maschinen und Geräte für die Außenwirtschaft, mit Ausnahme der unter "Förderfähige Maßnahmen" genannten Maschinen und Geräte, Maschinen der Innenwirtschaft
  • Maschinen- und Erntelagerhallen mit Ausnahme klimatisierter Lagerräume für Obst, Gemüse und sonstige Sonderkulturen, wenn sie die besonderen Anforderungen an den Ressourcenschutz erfüllen
  • Biogasanlagen und andere durch das Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) oder Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz begünstigte Energiegewinnungsanlagen
  • Wohnungen und Verwaltungsgebäude
  • Zinsen, laufende Betriebsausgaben, Ablösung von Verbindlichkeiten, Erbabfindungen, Kreditbeschaffungskosten und Gebühren für eine Beratung in Rechtssachen
  • Investitionen in die Aquakultur und Binnenfischerei
  • Erwerb von Produktionsrechten und von Gesellschaftsanteilen, Tieren, Pflanzenrechten oder Pflanzen (außer von Dauerkulturen) sowie Ersatzinvestitionen
  • Umsatzsteuer, unbare Eigenleistung und sonstige Preisnachlässe
  • Investitionen in die Herstellung von Erzeugnissen zur Imitation oder Substitution von Milcherzeugnissen

Fördervoraussetzungen:

  • Erfüllung besonderer Anforderungen in mindestens einem der Bereiche Umwelt-, Klima- oder Verbraucherschutz. Für Stallbaumaßnahmen sind außerdem mindestens die baulichen Basisanforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung zu erfüllen.
  • Positive Einkünfte im Einkommensteuerbescheid (im Durchschnitt der letzten drei vorliegenden Steuerbescheide) dürfen, 140.000 € bei Ledigen und 170.000 € bei Verheirateten nicht überschreiten.
  • Nachweis der beruflichen Fähigkeiten für eine ordnungsgemäße Führung des Betriebes.
  • Vorwegbuchführung (mind. zwei Buchabschlüsse bei Antragstellung in Form eines BMEL-Abschlusses bzw. Datenblatt Evaluierung). 
  • Buchführungsauflage für mind. 7 Jahre ab Bewilligung. 
  • Existenzgründer (Unternehmen darf nicht länger als zwei Jahre vor Antragstellung gegründet sein) müssen einen angemessenen Eigenkapitalanteil und die Wirtschaftlichkeit durch eine differenzierte Planungsrechnung nachweisen.
  • Investitionskonzept (Nachweis der Wirtschaftlichkeit der Maßnahme und des Erfolgs des Unternehmens). 
  • Zuwendungsfähiges Investitionsvolumen von mind. 20.000 € bis max. 1,5 Millionen €. Für Betriebszusammenschlüsse und die Förderung von Gewächshäusern gilt eine Förderobergrenze von 2 Millionen €.

Förderung:

Die Zuwendung kann als Zuschuss gewährt werden:

  • Zuschuss:
    • Als Basisförderung kann ein Zuschuss von 20 % gewährt werden.
    • Bei Erfüllung der besonderen baulichen Anforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung gemäß Anlage 1 der VwV zur einzelbetrieblichen Förderung landwirtschaftlicher Unternehmen in der aktuell gültigen Fassung kann der Zuschuss für Vorhaben der Rinderhaltung bis zu 30 %, für alle anderen Tierarten 40 %, betragen.
    • Bei Begleitung des Fördervorhabens durch einen Betreuer: Betreuergebühren sind zuwendungsfähig in einer Höhe von bis zu 2,5 % des förderfähigen Investitionsvolumens bis 500.000 €, bis zu 1,5 % des zuwendungsfähigen Investitionsvolumens über 500.000 €. Der Sockelbetrag der förderfähigen Betreuergebühren beträgt 6.000 Euro, der Höchstbetrag 17.500 Euro. Der Fördersatz beträgt maximal 60 Prozent der förderfähigen Betreuergebühren.
    • Bei Junglandwirten kann zusätzlich ein Zuschuss von bis zu 10 % der Bemessungsgrundlage bis 200.000 Euro als Anteilsfinanzierung, max. 20.000 Euro bei über 200.000 Euro Bemessungsgrundlage als Anteilsfinanzierung mit Festbetragsbegrenzung, gewährt werden.
    • Im Falle von Modernisierungsmaßnahmen für eine besonders tiergerechte Haltung können Investitionen nach den Basisanforderungen der Anlage 1, die im Rahmen der Umstellung der Haltung von Jung- oder Zuchtsauen (Deckzentrum oder Abferkelbereich) oder der Umstellung von Anbindehaltung auf Laufstallhaltung bei Milchkühen, Aufzuchtrindern, Mastrindern oder Mutterkühen durchgeführt werden, einen Aufschlag von 10 %-Punkten auf die Basisförderung erhalten. Diese Teilmaßnahme ist befristet bis zum 31.12.2025.

  • Bürgschaft:
    • Bürgschaften gemäß Anlage 2 der VwV einzelbetriebliche Förderung werden derzeit nicht angeboten.
    • Bürgschaften aus dem EU-Programm COSME des Europäischen Investitionsfonds (EIF), in Kombination mit einer AFP-Förderung unter Berücksichtigung des Subventionswertes, sind möglich. 


Zusatzhinweise:

  1. Vor Bewilligung darf mit dem Vorhaben nicht begonnen werden.
  2. Alle Anträge müssen nach den jeweils geltenden, vom MEPL III-Begleitausschuss beschlossenen, Auswahlkriterien ausgewählt werden.

 

Die vollständige Beschreibung der förderfähigen Maßnahmen, Fördervoraussetzungen, Auflagen sowie Art und Höhe der Förderung entnehmen Sie bitte der Verwaltungsvorschrift zur einzelbetrieblichen Förderung landwirtschaftlicher Unternehmen vom 29.04.2015, geändert durch die VwV zur Änderung der VwV einzelbetriebliche Förderung vom 31.05.2016, die VwV zur Änderung der VwV einzelbetriebliche Förderung vom 23.02.2017, die VwV zur Änderung der VwV einzelbetriebliche Förderung vom 12.03.2018 sowie die VwV zur Änderung der VwV einzelbetriebliche Förderung vom 06.03.2019.

Hier finden Sie eine nicht amtliche, konsolidierte Fassung, Stand 08.03.2019.



Beratung, Antragstellung und Information:

Die Beratung erfolgt bei der unteren Landwirtschaftsbehörde. Die Antragstellung erfolgt bei dem zuständigen Regierungspräsidium mittels Vordruck - ggf. unter Beteiligung eines Betreuers.

 

Stand: 04/2019



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