Bruderkalb vom Bodensee

Schwarzbunte Kuh mit ihren Kälbern auf der Weide

Jedes Jahr bekommen Milchkühe ein Kalb, damit sie weiter Milch produzieren. Allerdings werden nur wenige Kälber für die Ergänzung der Herde benötigt:

-       Nicht von jeder Mutterkuh will der Bauer weibliche Nachkommen behalten (dies hängt vom Charakter, von der Leistung und von der Gesundheit der Kuh ab)

-       Und für die Bullenkälber, insbesondere von reinen Milchviehrassen, gibt es vor Ort meistens keine Verwertung (Kälber von Milchviehrassen sind schwer zu mästen und setzen nur sehr langsam Fleisch an)

Die Bruderkälber können nur zu einem sehr geringen Preis verkauft werden. Die Landwirte bekommen beinahe keine Entschädigung für ihre Arbeit und die Aufwendungen während der Aufzucht. Deshalb bleiben die männlichen Kälber oft nur ein paar Wochen auf dem Geburtsbetrieb.

Über den aktuellen Milchpreis können die Aufzuchtkosten aller Kälber auch nicht gedeckt werden. Doch wünschen sich die Bio-Landwirte und sicher auch der Verbraucher, dass alle Kälber artgerecht gehalten werden und möglichst lang auf dem Geburtsbetrieb bleiben können.

In anderen Regionen haben sich bereits Initiativen gegründet, um Kälber auf den Bio-Betrieben aufzuziehen und um das Kalbfleisch fair und regional zu vermarkten (Demeter Heumilchbauern Süd, www.bruderkalb.bio). Diese Initiativen haben sich Kriterien über die Aufzucht festgelegt und sehen vor, dass die Kälber mindestens 3 Monate bei der Mutter bzw. einer Amme saugen dürfen, die sogenannte „kuhgebundene Kälberaufzucht“.

Nun nehmen wir uns in der Bio-Musterregion Bodensee auch diese Problematik an und entwickeln gemeinsam mit Bio-Milchviehbetrieben und weiteren Akteuren der regionalen Bio-Wertschöpfungskette nachhaltige Lösungen.

Unsere Ziele dabei:

- Artgerechte Aufzucht aller Kälber auf dem Betrieb

- Bio-Vollmilch ohne Beschränkung in den ersten Monaten

- Verantwortungsvolle Vermarktung des Bio-Kalbfleisches in der Region

Uns ist es ein großes Anliegen, dass über dieses Thema vermehrt geredet wird. Nur über ein Umdenken bei den Konsumenten kann sich die Situation nachhaltig ändern. Deswegen informieren wir an Veranstaltungen, an denen die Bio-Musterregion präsent ist, gern darüber.


Es sollen nun auch weitere Partner für das Projekt gewonnen werden, damit sich eine regionale Wertschöpfungskette für das Bio-Kalbfleisch langfristig etablieren kann. Wenn Sie sich als Gastronom, Koch einer Gemeinschaftsverpflegungsküche oder Leiter eines Einzelhandelsbetriebs vom Thema angesprochen fühlen, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie sich an uns wenden würden.

 

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