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Beweidung

Wasserbüffel in der Landschaftspflege

 

Foto: C. Harf

 

  1. Einleitung
  2. Eignung zur Landschaftspflege
  3. Haltung
  4. Kontakt
  5. Literatur-(Links)
  6. Links


1. Einleitung 

 

Die Gattung der Büffel (Bubalus spec.) gehört wie die Gattung der Rinder (Bos spec.), des Afrikanischen Büffels (Syncerus) und der Bisons (Bison spec.) zur Familie der Boviden (Hornträger). Die Domestikation des Wasserbüffels (Bubalus arnee) begann etwa 4.000 Jahre v.Chr. auf dem indischen Subkontinent. Außer dem Wasserbüffel gibt es in Asien weitere Büffelarten, die anders als der Wasserbüffel wohl nicht domestiziert wurden. Durch die vielerorts sehr extensive bzw. halbwilde Haltung der Hausbüffel ist die Domestikationsgeschichte von Wildbüffeln zu Hausbüffeln sowie die Verwilderung von Hausbüffeln (Dedomestikation) und damit die Unterscheidung von Haus- und Wildbüffelrassen beim Wasserbüffel häufig kaum nachvollziehbar. In Bhutan, Indien und Nepal scheint es noch kleinere autochthone wilde Wasserbüffel-Populationen zu geben. Es gibt weltweit rund 74 Hausbüffelrassen. Die verschiedenen Wasserbüffelrassen dienen in Asien auch heute noch zur Milch- und Fleischerzeugung, vor allem aber als Arbeitstier. So kann mit einem Büffel an einem Tag ein 0,25 ha großes Reisfeld umgepflügt werden, wobei die Tiere häufig bis zum Bauch im Wasser stehen, ein Büffel kann einen Wagen mit bis zu 2 Tonnen Gewicht an einem Tag 25 – 30 km weit ziehen oder 250 kg Traglast mit 3 km/h befördern. Zudem geben solche Arbeitsbüffel noch bis zu 600 kg Milch pro Laktationsperiode, was die Milchleistung der Zebus bei weitem übersteigt. Arbeitsbüffel arbeiten bis zu 25 Jahren und bleiben danach häufig bis zu ihrem natürlichen Tod im Alter von ca. 40 Jahren bei „ihrer Familie“.

Auch heute liegt der Verbreitungsschwerpunkt der ca. 150 Mio weltweit verbreiteten Hausbüffel im Gebiet Indien, Bangladesh, China, Südost-Asien; außerdem gibt es größere Vorkommen in Süd- und Mittelamerika, sowie in Südeuropa und dem Balkan (MADEL 2001). Europäische Schwerpunktländer der Büffelhaltung sind Bulgarien, Italien, Rumänien und Ungarn.  Auch in Deutschland gibt es schon lange kleine Büffelbestände in Tierparks oder Hobbyhaltung. 1917 wurde vom Tierzuchtinspektor Georg Tartler der „Deutsche Büffelzuchtverein“ gegründet, der die Büffelzucht in Deutschland in Ergänzung zur Rinderzüchtung vorantreiben sollte (GOLZE UND BERGFELD 2002). Heute halten rund 80 registrierte ZüchterInnen ca. 1.500 Büffel in Deutschland. Sie wurden in den letzten Jahren verstärkt aus Süd- und Südost-Europa importiert. Die Milch der Kühe mit einem Fettgehalt von 8,5 % dient v. a. zur Herstellung von Büffelmilch-Mozzarella, einer ursprünglich italienischen Delikatesse.


 

2. Eignung zur Landschaftspflege 

 

Wasserbüffel sind sehr robust und widerstandsfähig gegen Krankheiten, Klimaeinflüsse und Witterungsunbilden. Sie sind genügsam und anspruchslos in Haltung und Fütterung und können Grob- und minderwertiges Futter besser verwerten, z.B. Binsen, Ampfer, Schilf, Brennnesseln, minderwertiges Stroh und Heu. Aufgrund ihrer breiten Klauen und relativ weichen Fesseln können sie auch auf sumpfigem und feuchtem Weideland gehalten werden. Aufgrund dieser Voraussetzungen eignen sie sich insbesondere für extensive Haltung und Landschaftspflege auf feuchten Grünland- und Moorstandorten, die von Rindern nicht beweidet werden können (DEUTSCHER BÜFFELVERBAND e.V.).

 

Je nach naturschutzfachlicher Zielsetzung kann die Neigung der Wasserbüffel problematisch sein, jedes erreichbare Gewässer Tümpel stundenlang zum Baden aufzusuchen und es dadurch unter Umständen nachhaltig zu verändern ("Schlammsuhle"). Andererseits gehören jederzeit erreichbare Wasserstellen zur artgerechten Haltung der Wasserbüffel unbedingt dazu. Ist die Veränderung der Fließ- oder Stillgewässeer durch Wasserbüffel inakzeptabel, muss über eine andere Weidetierart nachgedacht werden.


 

3. Haltung 

 

Haltung: Wasserbüffel sind Tiere subtropischer und tropischer Klimazonen. Als solche sind sie an warmes Klima angepasst, benötigen aber, da sie nur sehr wenige Schweißzellen besitzen, in jedem Fall Wasser zur Abkühlung. Wasserbüffel (daher der Name) baden nicht nur ausgesprochen gerne, sondern sind auch gute Schwimmer (THOMSEN 2002). Wasser zur Abkühlung sollte auch in der gemäßigten Klimazone in jedem Fall zur Verfügung stehen. Eine Haltung unter deutschen Klima- und Umweltbedingungen wird im allgemeinen als problemlos angesehen (ÖRTMANN 1997, HOLT 2001, THIELE 2002, alle in GOLZE UND BERGFELD 2002). In einigen Quellen wird jedoch angegeben, dass die Tiere, insbesondere die Kälber, gegen Kälte durch Abdecken geschützt werden müssen (GOLZE UND BERGFELD 2002). In jedem Fall, insbesondere bei ganzjähriger Freilandhaltung,  ist ein zugdichter Unterstand notwendig (THOMSEN 2001).

 

Futter: Büffel können problemlos mit Weidefutter und Aufwüchsen extensiv genutzter Flächen ernährt werden, wenn sie als Arbeitstier oder zur Fleischerzeugung genutzt werden. Für eine hohe Milchleistung zwischen 3500 und 4000 l Milch bei einem Fettgehalt von ca. 8%, die von Spitzentieren erreicht wird, ist allerdings auch hier eine Zufütterung von Maissilage oder Kraftfutter, wie sie in Italien praktiziert wird, notwendig (GOLZE UND BERGFELD 2002). Für eine „normale“ Milchleistung zwischen 1500 und 2000 l Milch reicht jedoch das Weidefutter aus. Hier kommt es wohl auf die Gewöhnung im Jugendalter an. So mögen manche Tiere insbesondere Schilf, Brennnesseln und Binsen und gar kein Getreide, wogegen andere Kraftfutter ausgesprochen gerne fressen, wobei sie allerdings leicht verfetten (THOMSEN 2001, JABERG-ZWAHLEN 1997).

 

Charakter: Wasserbüffel werden im allgemeinen als friedlich und folgsam beschrieben. Sie sind sehr empfindsam, aber auch eigenwillig und haben einen ausgeprägten Charakter. Gegenüber fremden Personen und Reizen reagieren sie neugierig bis furchtsam und man muß sich ihr Vertrauen erst erarbeiten. Dies belohnen sie dann aber mit einer dauerhaften Freundschaft. Auch Stiere werden höchstens im höheren Alter bösartig. Bei der gemeinsamen Haltung mit Kühen ordnen sie sich problemlos unter (MADEL 2001, JABERG-ZWAHLEN 2001, THOMSEN 2002, DLZ 1998 u.a.). Auch bei nicht domestizierten Wasserbüffeln ist eine deutlich abgestufte Rangordnung nicht zu erkennen (MADEL 2001).

 

Zucht: Die Geschlechtsreife wird bei den Büffelkühen mit 20 – 21 Monaten erreicht,   bei den Stieren mit 12 – 15 Monaten. Die Zuchtreife liegt bei beiden bei 2 – 3 Jahren. Kühe können bis zum Alter von 15 – 20 Jahren zur Zucht genutzt werden, Stiere nur 12 – 13 Jahre (DEUTSCHER BÜFFELVERBAND e.V.). Im Alter von ca. 15 Jahren können bei ihnen Senilitätserscheinungen auftreten (MADEL 2001).Die Brunst ist asaisonal, sie tritt jedoch zumindest in den Ursprungsländern gehäuft in den kühleren Wintermonaten auf, der Zyklus beträgt 21 – 23 Tage. Die Brunst hält etwa 24 – 36 h an und ist erkennbar an Unruhe, Brüllen und Ausfluss von Scheidenschleim. Häufig wird aber auch über Stillbrünstigkeit berichtet. Die Tragezeit liegt, ja nach Rasse, zwischen 300 und 318 Tagen. Die Kälber haben ein Geburtsgewicht von nur ca. 28 kg, daher  erfolgt die Geburt normalerweise problemlos (MADEL 2001).

Da Wasserbüffel nicht unter das Tierzuchtgesetz fallen, besteht bei der Einfuhr von Zuchttieren keine Zollbefreiung (GOLZE UND BERGFELD 2002)

 

 

4. Kontakt 

 

Das  Konsultationsbüro des Deutschen Büffelverbandes bietet sowohl für Mitglieder des Verbandes als auch für Nichtmitglieder folgende Leistungen an:

  1. Information über die Büffelzucht, - haltung und –produktion in den führenden Ländern mit traditioneller Büffelzucht sowie über erste Erfahrungen bei der Entwicklung der Wasserbüffelproduktion in Deutschland.
  2. Beratung bei der Vorbereitung und Einrichtung der Wasserbüffelproduktion in landwirtschaftlichen Betrieben als zusätzliche oder neue Einkommensquelle sowie bei der Vermarktung der Erzeugnisse.
  3. Projektierung der betriebswirtschaftlichen Einordnung der Büffelproduktion als Produktionszweig für die ökologische Erzeugung von Qualitätsprodukten zur Bedienung von Marktnischen.
  4. Durchführung von Informationsveranstaltungen und Seminaren zu ausgewählten Themen über den Aufbau der Wasserbüffelproduktion unter deutschen Bedingungen.
  5. Vermittlung des Imports von hochwertigen Zuchtbüffeln aus Italien, Bulgarien, Rumänien und Ungarn auf individuelle Bestellung der Landwirte in Zusammenarbeit mit dem Importbetrieb des Deutschen Büffel-Verbandes.
  6. Vermittlung der Schlachtung und Vermarktung von Schlachtbüffeln.

Für die Inanspruchnahme o.g. Leistungsangebote können Sie sich an folgende Ansprechpartner wenden:


Prof. Dr. Dr. h.c. Hilmar Zeigert (Wissenschaftlicher Berater)

Max-Beckmann-Str. 1

26133 Oldenburg

 

Tel.: 0441/ 46564

Fax: 0441/ 485 1517

 

und

 

Rita und Peter Biel (Pressesprecher)

Narzissenweg 18

26209 Sandkrug

 

Tel.: 04481/ 212

Fax: 04481/ 935 9787

 

Email: info@bueffel-farm.de

 

5. Literatur(-Links)

 

7. Links

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