Service-Navigation

Suchfunktion

Agrarforschung

Wirkung unterschiedlicher Stärkekomponenten in der Milchviehfütterung

Dr. Thomas Jilg, Aulendorf
November 1998 bis Mai 1999

Problemstellung

Bei der Gestaltung von Mischrationen stellt sich die Frage, wie viel Maissilage bzw. wie viel Getreide Milchviehrationen eingebaut werden kann. Alternativ zu Maissilage wurde die Menge an Getreide
(47 % Gerste, 35 % Weizen, 15 % Hafer, 3 % Mineralfutter) verändert. Die Ergänzung mit Protein erfolgte auf der Basis von Soja- und Rapsprodukten erfolgen.

In der Versuchsgruppe war die Einbeziehung von geschütztem Eiweiß notwendig, deshalb wurde ein industriell gefertigtes Kraftfutter eingesetzt (Prot-einmix 403 TMR), in dem 70 % Sojaextraktionsschrot, 22 % Rapsextraktionsschrot und 8 % Soypass enthalten waren. Bei der Kontrollgruppe wurde als Eiweißkomponente Sojaextraktionsschrot und Rapsexpeller eingesetzt.

 

Rationsgestaltung

Versuch

kg

Kontrolle

kg

Maissilage

22,0

Maissilage

13,0

Grassilage

10,0

Grassilage

8,0

Heu

2,0

Heu

3,0

Trockengrün

0,7

Trockengrün

0,7

Energiemix (Getreide)

3,5

Rapsexpeller

2,0

Proteinmix 403 TMR

3,75

Sojaextraktionsschrot

1,5

Mineralfutter

0,15

Energiemix (Getreide)

6,0

 

 

Stroh

0,6

 

 

Mineralfutter

0,05

 

 

 

 

angestrebter TS-Verzehr

19,8

 

19,4

Milcherzeugungswert NEL/nXP

30,2/31,9

 

29,8/29,9

NEL/kg TS.

6,9

 

6,9

nXP, % i.TS.

16,9

 

16,4

Zucker + Stärke, % i.TS.

24,2

 

26,3

Stärke, % i.TS

20,8

 

22,9

beständige Stärke, % i.TS.

4,5

 

3,7

abbaubare Stärke, % i.TS.

16,3

 

19,2

 

 

 

Die Aufstallung ermöglichte Einzeltierfütterung. Die Milchleistung und der Futterverzehr wurden täglich, die Milchinhaltstoffe und die Milchharnstoffgehalte einmal wöchentlich festgestellt. Zur Harnstoffanalyse kam ein Autoanalysergerät zum Einsatz.

Ergebnisse

Die Futteraufnahme war mit 20,2 bzw. 20, 3 kg TS sehr gut. Die Milchmenge war bei der Kontrollgruppe um 2,2 kg höher als bei der Versuchsgruppe. Der Milchfettgehalt war andererseits bei der Versuchsgruppe um 0,24 % höher. Die Milcheiweißgehalte waren nahezu gleich. Die Unterschiede waren in keinem dieser 3 Merkmale signifikant. Dies gilt auch für die Milchfett- und Milcheiweißmengen, sowie für die energiekorrigierte Milchmenge. Die Differenz in der ECM-Leistung schrumpfte auf 1,5 kg/Tag.

Signifikante Unterschiede gab es allerdings im Milchharnstoffgehalt. Dieser lag bei der Versuchsgruppe im Schnitt bei 31,5 mg/100 ml und bei der Kontrollgruppe bei 28,2 mg/100 ml Milch. Die ruminale Stickstoffbilanz lag bei 72 Gramm (V) bzw. 71 Gramm (K) pro Tag.

 

Futteraufnahme und Milchleistung

 

 

Versuchsgruppe
maisreich
n=19

Kontrollgruppe
getreidereich
n=20

TS-Verzehr

kg / Tag

20,2

20,3

Milchmenge

kg/Tag

26,7

28,9

Milchfettgehalt

%

4,30

4,06

Milcheiweißgehalt

%

3,66

3,63

Milchharnstoffgehalt

mg/100 ml

31,5 a

28,2 b

ECM

kg/Tag

27,5

29,0

Futterkosten pro kg ECM

DM/kg

0,192

0,173

mivieh/P-mix/Emix

Jilg-LVVG 99

 

Die Milchmenge stieg am Laktationsbeginn schneller an als die Futteraufnahme Dadurch ergab sich im zu Laktationsbeginn ein erhebliches Energie- und Proteindefizit. Das Energie- und Proteindefizit zu Laktationsbeginn war bei der Versuchsgruppe größer als bei der Kontrollgruppe. Die Kontrollgruppe zeigte eine signifikant höhere

Persistenz ab der 10ten Laktationswoche. Bei der schlechteren Persistenz der Versuchsgruppe handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Folge der schlechteren Futter- und Energieaufnahme in den ersten fünf Wochen. Die Futterkosten waren bei der Kontrollgruppe um 1,9 Pfennig pro kg niedriger als bei der Versuchsgruppe.

 

Konsequenzen für die Praxis

Die Ergebnisse zeigen, daß der Optimierung der Futteraufnahme in den ersten Laktationswochen eine hohe Priorität im Fütterungsmanagement zukommt. Getreidemengen von 6 kg pro Kuh und Tag sind möglich. Höhere Maissilageanteile in der Futterration führten nicht zu besseren Leistungen. Die Eiweißergänzung kann über Einzelkomponenten oder über proteinreiche Ergänzugsfutter erfolgen.

Literaturhinweis
Versuchsbericht 4 / 1999

 

Fördernde Institution
MLR, LVVG

Förderkennzeichen
LVVG




MLR   |   Agrarforschung   

 

Fußleiste