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Forschungsreport

Nutritive Beeinflussung der Skatolbildung beim Schwein und ihre Konsequenzen für die Produktqualität von Schweinefleisch sowie Geruchsemissionen aus Mastbetrieben

Kurztitel: Skatolhemmung
Projektleiter: Prof. Dr. R. Claus, FG Tierhaltung und Leistungsphysiologie 470 A, Institut Tierhaltung und Tierzüchtung, Universität Hohenheim, Garbenstr. 17, 70599 Stuttgart

 

Kurzfassung:

Problemstellung/Projektziele

Ziel der Untersuchungen war es, durch Fütterungsmaßnahmen die Skatolbildung bei Schweinen zu hemmen und damit positive Effekte auf den Genußwert des Fleisches zu erzielen. Da Skatol auch Leitsubstanz für Geruchsemissionen aus Schweinehaltungsbetrieben ist, sollte zudem überprüft werden, ob auch eine Reduzierung der Luftkonzentrationen erreicht wird und damit eine Verminderung der Geruchsemmissionen aus schweinehaltenden Betrieben.

Die beabsichtigten Untersuchungen gliederten sich in folgende Teilbereiche:

  1. Methodische Aufbauarbeiten, die insbesondere eine Methodenentwicklung für Skatolmessungen in der Luft ermöglichen.
  2. Durchführung von Mastversuchen (2 Durchgänge) in Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Schweinezucht in Forchheim. Dabei sollten durch Versuchsrationen die Skatolbildung im Vergleich zu Kontrolltieren gehemmt werden und darauf aufbauend die Wirkungsmechanismen, Schlachtkörper- und Luftkonzentrationen analysiert werden.
  3. Nach Abschluß der Mastversuche und den daran anschließenden, umfangreichen analytischen Auswertungen der im Versuchsablauf sichergestellten Proben sollten die Ergebnisse ggf. für die Praxis „aufbereitet" werden.
Bericht über die weiteren Arbeiten seit 1.9.2004

Wie im letzten Zwischenbericht dargestellt waren die tierexperimentellen Arbeiten sowie die analytischen Auswertungen im Labor bereits abgeschlossen, so daß für die verbliebene Laufzeit die Auswertungen im Vordergrund standen und die Anfertigung von Publikationen bzw. den Promotionsschriften. Wie die beigefügten Sonderdrucke bzw. das Manuskript sowie die bereits verfügbare Promotionsschrift zeigen, sind auch diese Auswertungen abgeschlossen.

Das Projekt hat zwei wesentliche und sehr positive Ergebnisse gebracht:

  • Bezüglich der Konsequenzen für die Geruchsemissionen aus Schweinemastställen ist für die Praxis damit ein effizientes, analytisches Verfahren zur Objektivierung solcher Geruchskonzentrationen verfügbar gemacht worden. Das Verfahren erlaubt zudem die Zuordnung von verantwortlichen Einzelsubstanzen und damit auch die Bewertung von Maßnahmen zur Minderung von Geruchsemissionen. Darüber hinaus haben die Arbeiten in Forchheim gezeigt, daß durch geeignete Fütterungsmaßnahmen sehr wohl die Geruchsintensität der Schweinegülle, die daraus resultierenden Luftkonzentrationen gemindert werden können. Dies setzt für einen eventuellen praktischen Einsatz allerdings voraus, daß Fütterungsstrategien durchgeführt werden müssen, die den gesamten Mastabschnitt abdecken. Für die hier durchgeführten Pilotuntersuchungen mit Hilfe der Kartoffelrohstärke ist die Praktikabilität doch nicht gegeben, da die Kosten zu hoch sind. Das beruht teilweise darauf, daß die erhältlichen Qualitäten der Kartoffelrohstärke einen außerordentlich hohen, für lebensmitteltechnologische Verwendung geeigneten Reinheitsgrad aufweisen, der die Kosten steigert, allerdings für die Verfütterung an das Schwein nicht notwendig sind. Weiterhin ist denkbar, daß auch andere Formen der Stärke, die damit weitaus kostengünstiger sein können, als Fütterungsstrategie in Betracht kommen. Das bedeutet insgesamt für die Minderung der Geruchskonzentrationen, daß der unmittelbare Transfer der Pilotergebnisse in die Praxis noch nicht durchgeführt werden kann, auf der anderen Seite aber klare Vorgaben erkennbar sind, wie weiter gearbeitet werden könnte, um dann ein tatsächlich praktikabels Verfahren zu etablieren.

  • Günstiger noch sieht die Situation zum Teilprojekt der Aromaverbesserung durch Hemmung von Skatol im Schlachtkörper aus. Die aufgezeigten Konzentrationen, die bereits im vorangegangenen Zwischenbericht enthalten und mitgeteilt sind, lassen die Möglichkeit zu einer Optimierung der Geschmacksparameter von Schweinefleisch erkennen. Für diesen Teilaspekt kann die Fütterung auf eine Endphase der Mast fokussiert werden, da die Neubildung sehr rasch gehemmt wird und auch die Halbwertszeit der Substanz Skatol im Fettgewebe außerordentlich kurz ist, so daß grundsätzlich eine Behandlungsdauer von rd. 4 Tagen vor der Schlachtung den Effekt in ausreichendem Maße garantieren müßte. Eine derart kurze Behandlungsdauer setzt allerdings voraus, daß komplette Mastgruppen dieser „Entduftungsfütterung" vor der Schlachtung unterzogen werden. Denkbar ist dazu der Einsatz im Rahmen eines Wartestalles für den Transport zum Schlachthof. Ebenfalls noch weiterer Optimierungsmaßnahmen bedürfen unterschiedliche Fütterungstechniken um sicherzustellen, daß die durch Kartoffelrohstärke beeinflußte Konsistenz des Gesamtfutters nicht die Futteraufnahme durch die Tiere beeinflußt. Auch derartige Versuche könnten sehr wohl in Folgestudien im praktischen Mastansatz durchgeführt werden und bedürfen wohl nicht der grundlegenden Förderung über Drittmittel.

Zu beiden Teilgebieten sind die detaillierten Angaben in den beigefügten Veröffentlichungen enthalten und diesen zu entnehmen. Als Bilanz der Versuche freuen wir uns, daß die Ergebnisse außerordentlich positiv und mittel- bis langfristig in beiden Fällen in der Praxis einsetzbar sind. Zudem haben diese Untersuchungen – über die Publikation – bereits dazu geführt, daß auch z.B. in Schweden versuchsweise mit Kartoffelrohstärke experimentiert wird.

 

Literatur

Publikationen
Dissertationsschrift

 

Fördernde Institution
MLR

Förderkennzeichen
Projekt-Nr.0264




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