Service-Navigation

Suchfunktion

Agrarforschung

Maikäfer-Bekämpfung mit Neem Azal T/S

Universität Heidelberg, Zoologisches Institut (Physiologie), Dr. W. Schnetter
1994 bis 1997

Problemstellung

Die Engerlinge der Feldmaikäfer verursachten in den vergangenen Jahren sowohl örtlich im Kraichgau als auch am Kaiserstuhl erhebliche Schäden in Dauerkulturen. Durch Wurzelfraß an Obst- und Rebpflanzungen kam es teilweise vor allem in Jung-anlagen zu Totalausfällen. Auch Ackerbaukulturen, Gemüsekulturen und selbst der Streuobstbau blieben nicht verschont. Nachdem seit vielen Jahren keine Bodeninsektizide in Deutschland mehr zugelassen sind, steht derzeit zur Bekämpfung des Engerlings kein geeignetes Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Im Gegensatz zum Waldmaikäfer befällt der Feldmaikäfer in der Regel nur Waldränder, so dass die Flächen der Bekämpfung sich vorwiegend auf diesen Bereich beziehen können.

Ziel

Zur Maikäferbekämpfung stand bis vor wenigen Jahren das Pfanzenschutzmittel Rubitox mit dem Wirkstoff Phosalone zur Verfügung. Nachdem auch für dieses Pflanzenschutzmittel die Zulassung zur Bekämpfung des Maikäfers abgelaufen ist, war es wichtig, im Rahmen der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln ein geeignetes Ersatzpräparat zur Maikäferbekämpfung zu finden. Deshalb wurde in ersten Versuchen im Kraichgau bei Jöhlingen und Heidelsheim neben Rubitox auch Neem Azal T/S eingesetzt. Die Untersuchungsergebnisse wurden zur Unterstützung einer Zulassung der Herstellerfirma von Neem Azal T/S zur Verfügung gestellt. 1997 wurde Neem Azal T/S dann auch neben Rubitox am Kaiserstuhl zum Einsatz gebracht. Ziel war es, die Wirkung von Neem Azal insbesondere auf die Eiablage der Maikäferweibchen zu untersuchen.

Untersuchungsmethode

Nach Beendigung des Reifungsfraßes und der Eibildung kehren die Käferweibchen in die Feldfuhr zurück, um die Eier abzulegen. Nach dem Schlüpfen der Junglarven (Engerlinge) wurde auf diesen Flächen der Besatz in den betreffenden Gebieten untersucht.

Ergebnis

Auf den untersuchten Flächen im Kraichgau und auch am Kaiserstuhl konnte nach Einsatz von Neem Azal eine deutliche Reduzierung des Engerlingsbesatzes und zufriedenstellende Wirkung beobachtet werden. In den Versuchen hat sich jedoch gezeigt, dass das Präparat Neem Azal T/S in der Regel zweimal zur Zeit des Maikäferfluges eingesetzt werden muss, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen.

Die Begleituntersuchungen haben überdies gezeigt, dass im Vergleich zu Rubitox die Nebenwirkungen auf die "Nichtziel-Organismen" vergleichsweise geringer ausfallen. Versuche des Einsatzes des Neem-Präparates gegen Engerlinge in der Feldflur haben sich als äußerst schwierig erwiesen und kommen somit in der Praxis nicht in Frage.

Konsequenzen für die Praxis

Nachdem nach derzeitiger Kenntnis das Pflanzenschutzmittel Rubitox und auch kein vergleichbares anderes Insektizid zur Bekämpfung des Feldmaikäfers zugelassen werden, würde sich das Präparat Neem Azal T/S mit dem Wirkstoff Aradirachtin aus dem subtropischen Neem-Baum als geeignete Alternative anbieten. Zwischenzeitlich ist das Präparat zur Bekämpfung verschiedener beißender und saugender Insekten in verschiedenen Kulturen zugelassen. Die Zulassung zur Bekämpfung des Feldmaikäfers wird vom Hersteller angestrebt. Im Übrigen stünde dann das Präparat auch für den ökologischen Landbau zur Verfügung.

 

Literatur Abschlußbericht Februar 1998

 

Fördernde Institution
MLR

Förderkennzeichen
23-94.21




MLR   |   Agrarforschung   

 

Fußleiste