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Agrarforschung

Fütterungsversuch zum Phytaseeinsatz in der Putenmast

Universität Hohenheim, Landesanstalt für Landwirtschaftliche Chemie
H. Schenkel                                                                                          
1996

Problemstellung

Ein erheblicher Anteil der Putenmastbetriebe in Baden-Württemberg ist relativ knapp mit landwirtschaftlicher Nutzfläche ausgestattet. Im Hinblick auf die in Kraft getretene Düngeverordnung muß nach Möglichkeiten einer nährstoffangepassten Fütterung gesucht werden. Ähnlich wie bei anderen landwirtschaftlichen Nutztieren ist eine Reduktion der mineralischen Phosphorsupplementierung mit dem Einsatz einer mikrobiellen Phytase möglich. Allerdings liegen hierzu bislang nur wenig kontrollierte Fütterungsversuche unter Praxisbedingungen vor, die eine entsprechende Nährstoffbilanzierung einschließen.

Ziel

Unter praktischen Fütterungsbedingungen sollte für den Bereich der Putenmast der Einsatz einer mikrobiellen Phytase geprüft werden. Dabei sollte die mögliche Reduktion des Phosphataustrags bei einer Mast von Hennen und Hähnen erfaßt und geprüft werden, ob gegebenenfalls mit einer Beeinträchtigung der Knochenmineralisierung gerechnet werden muß.

Untersuchungsmethode

Der Nährstoffaustrag aus den Putenbeständen wurde auf zweifache Weise erfaßt. In einer ersten Bilanzierung wurde der Nährstoffeintrag über Futter und Einstreu sowie der Nährstoffaustrag über die gemästeten Tiere (einschließlich verendeter Tiere) erfaßt. Aus der Differenz wurde der Nährstoffanfall über den Mist errechnet. In einer zweiten Bilanzierung wurde die angefallene Mistmenge zu Versuchsende ermittelt. Unter Einbeziehung der mittleren Nähstoffkonzentration in einzelnen Mistproben wurde der Nährstoffaustrag berechnet. Ferner wurde anhand der Asche- und Mineralstoffkonzentration die Mineralisierung der Knochen untersucht.

Im Versuch standen jeweils zwei Tierbestände mit ca. 6000 Tieren (Hennen/Hähne: 1:1). Die Tiere beider Gruppen erhielten Futtermischungen mit übereinstimmender Komponentenzusammensetzung. Die Versuchsgruppe erhielt ab Phase III Futter mit einer Zulage mikrobieller Phytase (600 U/kg) bei gleichzeitiger Reduktion der Supplementierung an mineralischem Phosphor.

Ergebnisse

Die beiden Nährstoffbilanzierungen ergaben übereinstimmend eine Reduktion des Phosphoranfalls von 29 Prozent. Damit konnten die Ergebnisse vorausgegangener Untersuchungen an Putenhähnen bestätigt werden. Aus den Knochenuntersuchungen ergaben sich keine klaren Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Mineralisierung. Im Rahmen dieses Versuches wurde auch der Anfall weiterer Nährstoffe wie N, Ca, Mg, K, Zn und Cu ermittelt und damit die Datengrundlage für den Nährstoffanfall aus der Putenmast bzw. der Nährstoffkonzentration im Putenmist erweitert. Aus den Ergebnissen für die Kontrollgruppe des vorliegenden Versuchs ergibt sich bei 2,2 Umtrieben für 100 Mastplätze ein jährlicher Nährstoffanfall von 113 kg N, 102 kg P 2 O 5 , 83 kg CaO, 28 kg MgO, 77 kg K 2 O, 0,99 kg Cu und 5,6 kg Zn.

Konsequenzen für die Praxis

Das Versuchsvorhaben hat gezeigt, daß unter praktischen Produktionsbedingungen durch den Einsatz einer mikrobiellen Phytase der Phosphataustrag aus der Mastputenproduktion wirkungsvoll reduziert werden kann. Dabei kommt es zu keiner Beeinträchtigung von Futterverwertung und täglichen Zunahmen. Damit eröffnet sich eine wirkungsvolle Fütterungsstrategie vor allem für flächenarme Betriebe.

 

Literatur:

  • Abschlußbericht, März 1997
  • Schenkel, H., A. Mossmüller, B. Eckstein 1997: Einfluß von Phytasezulagen in getreidereichen Rationen auf die Nährstoffbilanzen in Putenmastbetrieben. In: 4. Tagung Schweine- und Geflügelernährung, Halle (Tagungsband), Wissenschaftlicher Fachverlag Dr. Fleck, Niederkleen, Seite 161-164

 

Fördernde Institution:MLR

Förderkennzeichen: 27 - 8284 . 19




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