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Agrarforschung

Einrichtung einer regionalen Informationsstelle für Nachwachsende Rohstoffe

Dr. R. Vetter, Institut für umweltgerechte Landbewirtschaftung - Müllheim
1996 - 1999

Problemstellung

Seit Anfang der 90er Jahre rücken nachwachsende Rohstoffe, die in den fossilen Rohstoffen und der konventionellen Energieerzeugung eine starke Konkurrenz haben, wieder stärker in das gesellschaftliche Bewusstsein. Sie müssen daher auch durch fundierte, gut vermittelbare und leicht erhältliche Informationen gezielt gefördert werden. Die Informationen liegen in der Regel weit verstreut in einer Vielzahl von Publikationen und diversen Quellen vor. Aufkommendes Interesse potentieller Erzeuger, Verarbeiter und Nutzer von nachwachsenden Rohstoffen erlahmt allzu leicht, weil sie einen enormen Aufwand betreiben müssen, um praxisrelevante Informationen zu finden. Zusätzliche Schwierigkeiten gibt es bislang beim Beschaffen regionenbezogener Informationen und deren Aufarbeitung im Hinblick auf die örtlichen Bedürfnisse und Fragestellungen. Die meisten Organisationen, die Informationen anbieten, arbeiten ausschließlich auf überregionaler oder internationaler Ebene, so dass für viele Regionen das eigene Potential an nachwachsenden Rohstoffen oft schwer einzuschätzen ist. Dies gilt in besonderem Maße für grenzüberschreitende Regionen.

Ziel

Das Projekt will eine regionale Informationsplattform für nachwachsende Rohstoffe sein und eine Verbesserung des Informationsflusses sowie eine Vernetzung der Information über nachwachsende Rohstoffe - mit regionalem Schwerpunkt im Gebiet Oberrhein-Mitte-Süd - erreichen.

Dazu soll eine regionale Informationsstelle Nachwachsende Rohstoffe eingerichtet werden. Über die Verbesserung der Informationen will das Projekt Anbau und Verwertung nachwachsender Rohstoffe in der Region fördern. Neben Informationen für die landwirtschaftliche Praxis sollen darum auch gezielt Verarbeiter, Handel und Verbraucher angesprochen werden. Denn nur über deren Interesse an nachwachsenden Rohstoffen sind die Absatzchancen für die Landwirtschaft zu verbessern. Die Informationsstelle soll helfen, die Nutzung nachwachsender Rohstoffe zu fördern.

Methode

Die regionale Informationsstelle Nachwachsende Rohstoffe (INARO) ist am Institut für umweltgerechte Landbewirtschaftung in Müllheim angesiedelt und befasst sich mit der Sammlung und Auswertung von Informationsmaterial, dem Informationssystem Nachwachsende Rohstoffe im Internet (http://www.inaro.org), dem Service (Beantwortung von Anfragen, den virtuellen Marktplatz, dem Newsletter, einer Adressdatenbank und einer Bilddatenbank) und der Öffentlichkeitsarbeit. Die Öffentlichkeitsarbeit für nachwachsende Rohstoffe insgesamt als auch für die Informationsstelle erstreckt sich über Pressearbeit, Teilnahme an Ausstellungen und Posterpräsentationen. Das Informationssystem selbst sowie Angebote des Servicebereichs sind Teil der Öffentlichkeitsarbeit.

INARO wurde ferner an das Beratungsinformationssystem Baden-Württemberg (BIS) angebunden. Da das BIS in einem Intranet läuft, können die Internet-Links des INARO dort nicht genutzt werden.

Ergebnis

Das Informationssystem ist folgendermaßen aufgebaut bzw. hat folgende Inhalte:

Dem Nutzer wird eine allgemeine Einführung in die Benutzung des Systems gegeben.

Die Inhalte sind auf acht thematisch unterscheidbare Felder aufgeteilt: Rahmenbedingungen, Kulturpflanzen, Rohstoffe, Forschung, Adressdatenbank, Bilddatenbank, Verweise auf andere Internetseiten, Neuigkeiten.

Das System liegt hauptsächlich in deutscher Sprache vor. Für die französische Version wurde das Grundgerüst ausgearbeitet.

Die Adressen können über Suchbegriffe (Stich-worte, Firma, Ort, Land) vom Nutzer aktiv recherchiert werden.

Die Bilddatenbank enthält mittlerweile über 70 Bilder, auf die über Stichworte zugegriffen werden kann.

Der Nutzer kann direkt aus dem Informations-system E-Mails an das IfUL verschicken.

Externe Internetadressen führen den Nutzer auf weitere Informationsquellen im World Wide Web, ohne INARO zu verlassen.

Im Rahmen des Projektes wurde das Informationsangebot auf über 600 Internet-Seiten vergrößert, wurden mehr als 22.000 Zugriffe auf das INARO im Internet seit Mai 1998 registriert, wurden über 400 Anfragen (in Deutschland und in der Schweiz) zu nachwachsenden Rohstoffen mit Hilfe des INARO beantwortet, konnte als neuer Partner auf französischer Seite die Organisation "Alter Alsace Energies" hinzu gewonnen werden und wurden für Interneteinsteiger Informationen über Provider, Anschluss- und Telefonkosten sowie Suchmaschinen gesammelt.

Konsequenzen für die Praxis

Das Informationssystem Nachwachsende Rohstoffe, das ständig im Ausbau begriffen ist, bietet jedermann, vom Verbraucher über den Erzeuger sowie Verarbeiter oder Wissenschaftler die Möglichkeit, sich umfassend über den breiten Themenbereich der nachwachsenden Rohstoffe zu informieren oder zu artikulieren.

 

Literatur
Abschlußbericht 1999

 

Fördernde Institution
EU, MLR

Förderkennzeichen
ITADA-Projekt B2




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