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Agrarforschung

Einlagen für Kernobststeigen aus Flachsfaservliesen

Institut für Angewandte Forschung, Reutlingen
Prof. Dr. R. Kohler                                 
April 1992 - Dezember 1992

Problemstellung

Einlagen für Kernobststeigen sowie Obstschalen werden bisher noch in großen Mengen aus einem thermoplastischen Massenkunststoff bzw. aus Pappe oder Karton hergestellt. Flachs als Naturprodukt besitzt Vorteile gegenüber Kunststoffen (biologische Abbaubarkeit, Feuchtigkeitshaushalt), aber auch gegenüber Pappe und Karton (Luftdurchlässigkeit, hohe Naßfestigkeit).

Ziel

Als Alternativen für Kunststoffe sollen Einlagen aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden.

Stand

Ausgangsmaterial sind Vliesstoffe aus Werg, das bei der Aufbereitung des Flachses in großen Mengen als billiges Nebenprodukt anfällt.

Flachs besitzt Begleitsubstanzen wie Lignin, Pektin und Wachse auf der Faser, die bei Temperatureinwirkung als natürliche Bindemittel fungieren. Aus diesem Werg wird durch herkömmliche Technologie ein dünnes Vlies hergestellt. In der Presse entsteht unter Druck- und Temperatureinwirkung das Formteil, wobei sich Flachsfaservliese durch einen hohen Verformungsgrad auszeichnen. Zur Erzielung besonderer Eigenschaften wie Formstabilität, Sprungelastizität, Wasserresistenz, Hydrophobie, Hydrophilie kann das Vlies vor oder nach dem Preßvorgang mit natürlichen, ökologisch unbedenklichen Substanzen wie z.B. Stärke oder Latex ausgerüstet werden. Durch Versuche wurden die optimalen Verarbeitungsparameter wie Bindemittelauftrag und -menge sowie die Preßbedingungen (Druck, Temperatur, Zeit, Wassergehalt der Vliese) ermittelt.

Ergebnis

Aus Flachsfaservliesen können Formteile mit hohen Verformungsgraden wie Obstschalen und Einlagen für Kernobststeigen hergestellt werden. Die neuen Produkte (verpresste Flachsvliese, 20% ökologisch unbedenkliche Bindemittel wie Stärke oder Latex) zeigen eine deutlich erhöhte Festigkeit besonders nach Kontakt mit Wasser gegenüber den auf dem Markt befindlichen Konkurrenzprodukten aus Kunststoff und Pappe. Weitere Vorteile sind eine hohe Luftdurchlässigkeit und eine hohe Wasseraufnahmefähigkeit. Die Entwicklung der Formteile ist abgeschlossen, eine Übertragung in die Produktion möglich. Die Markteinführung kann erfolgen.

 

Literatur: Abschlußbericht

 

Fördernde Institution: MLR

Förderkennzeichen: 22 - 92 . 14




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