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Streuobst


1. Historie

2. Bedeutung

3. Gefährdung und Erhaltungsbemühungen

4. Erhalt, Pflege und Neuanlage

5. Kosten

6. Förderung

7. Literatur

8. Links

Streuobst


1. Historie

Bereits die Römer brachten den Obstbau in ihre germanischen Kolonien (GUSSMANN 1896: 4). Bis zum 15. Jahrhundert beschränkte sich der Obstbau im Deutschen Reich auf die nähere Umgebung der Siedlungen. Vorbilder waren die Obstgärten der karolingischen Kammergüter und Meierhöfe sowie der Klöster (WELLER 1986: 11). Erst im 15. und 16. Jahrhundert begann sich der Obstbau unter der Förderung der jeweiligen Landesherren etwas mehr in die freie Landschaft auszudehnen, und es erfolgten die ersten Schritte vom reinen Liebhaber- und Selbstversorgerobstbau zu einem Wirtschafts- und Verwertungsobstbau. Im 30jährigen Krieg wurden jedoch zahlreiche Pflanzungen wieder zerstört bzw. verkamen aufgrund der mangelnden Pflege durch die Dezimierung der Bevölkerung (WELLER 1986: 11). Ende des 18. Jahrhunderts begann dann der Neuaufbau des Obstbaus aufgrund sog. Generalskripte, in denen vorgeschrieben wurde, wie viele Obstbäume jeder Bürger wo zu pflanzen hatte (WELLER 1986: 11). Der Übergang zum Obstbau war allerdings nicht ganz einfach, er musste der Bevölkerung in vielen Landesteilen unter heftigem Widerstreben aufgezwungen werden, da er der Pflugarbeit hinderlich war (GRADMANN in EBERHARD 1988: 13). Zunächst entstanden nämlich Baumäcker, die erst später in die heute üblichen Baumwiesen umgewandelt wurden (WELLER 1986: 12). Bis zum Beginn des 2. Weltkriegs nahmen die Baumzahlen dann in Baden-Württemberg kontinuierlich zu. Im 2. Weltkrieg kam es zu erheblichen Bestandseinbußen, die jedoch bis Mitte der 50er Jahre wieder ausgeglichen wurden. Seit Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts nahmen die Hochstamm - Baumzahlen jedoch kontinuierlich ab (von rund 18 Millionen 1965 auf ca. 11,4 Millionen 1990), aufgrund

  • zunehmender Intensivierung und Mechanisierung der Landwirtschaft.
  • einem Rückgang der Familiengrößen und damit verbunden einem geringeren Obstbedarf.
  • Umorientierung des Einzelhandels auf Import-Apfelsaft.
  • damit einhergehenden fehlenden Nachpflanzungen von Hochstammobstbäumen (HARF 1999: 34).

Der Obstbau konzentrierte sich von nun an auf Niederstammplantagen in den Obstbaugebieten. Auch die Obstalleen verschwanden zum großen Teil in den westlichen Bundesländern schnell aus der Landschaft. In den „Emser Beschlüssen“ von 1953 wurde festgelegt: „Streuanbau, Straßenobstbau und Mischkultur sind zu verwerfen“ (SCHWARZ 1980: 48), wogegen in der DDR der Straßenobstbau bis in die 60er Jahre hinein gefördert wurde.

 

2. Bedeutung

 

„Die Baumzucht verschafft denjenigen, die sich damit bemühen, einen angenehmen Teil ihrer Nahrung. Sie gereicht zur Zierde eines Landes, zur Reinigung der Luft, zum Schutz und Schatten und hat überhaupt in vielen anderen Dingen ihren trefflichen Nutzen, zur Nothdurft, Lust und Bequemlichkeit des Lebens für Menschen und Thiere.“ (Johann Kaspar Schiller 1767/68; Zitat nach GUSSMANN 1896: 70).

 

Streuobsternte am Bodensee

Traditionelle Pflanzungen von Hochstamm-Obstbäumen unter extensiver Bewirtschaftung werden heute als Streuobstbau bezeichnet. Von einer Streuobstwiese spricht man, wenn sich dieser Bestand auf einer Wiese, die meist extensiv genutzt wird, befindet (im Gegensatz zu Streuobstbau auf dem Acker).

 

Streuobstbestände in der Landschaft stellen wertvolle Lebensräume mit vielen Funktionen dar. So dienen sie gleichzeitig dem Arten-, Boden- und Wasserschutz, wirken zum Klimaausgleich und als Genreservoir. Mit über 5.000 Tier- und Pflanzenarten zählen sie zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Gleichzeitig besitzen die Streuobstwiesen eine herausragende Bedeutung als Genreservoir für rund 3.000 Obstsorten allein in Deutschland. Daneben bilden Streuobstwiesen einen wichtigen Bestandteil des Landschaftsbildes in vielen Regionen Deutschlands und tragen somit zur Erholung des Menschen in der Landschaft bei.

 

Der Brockhaus 2004 definiert den Streuobstbau als "Hochstamm-Obstbau ohne Einsatz synthetischer Behandlungsmittel". Dieser Mindeststandard wurde unter der Ägide des Naturschutzbundes Deutschland, Bundesfachausschuss Streuobst, bei bundesweiten Tagungen vereinbart, und macht insbesondere dann Sinn, wenn das Werbeargument "Streuobst" in der kommerziellen Vermarktung in Abgrenzung zu Saft aus Plantagenobst eingesetzt werden soll. Grund für die Bevorzugung der Hochstämme ist, dass die Spechte, die Höhlen für sich und viele andere Vogel- und Fledermausarten in der Regel erst ab 160 cm Höhe in älteren Streuobststämmen anlegen. Darüber hinaus wird bei höherem Kronenansatz die Bewirtschaftung der Wiesen- oder Ackerfläche erleichtert. In der Realität gibt es allerdings viele Obstwiesen mit Mittelstämmen und/oder mehr oder weniger geringem Pestizid- und Kunstdünger-Einsatz, die in die oben genannten Zahlen eingehen.

 

Trotz des drastischen Rückgangs um ca. 40% seit den 50er Jahren liegt Baden-Württemberg mit ca. 180.000 ha und einem Bestand von rund 11,4 Mio. Bäumen auch heute noch hinsichtlich Umfang und Bedeutung des Streuobstbaus an der Spitze aller Bundesländer und hat daher  eine besondere Verantwortung für diesen Lebensraum.

                                                  

Der NABU-Bundesfachausschuss Streuobst schreibt: "Das größte Obstanbaugebiet Mitteleuropas ist das Vorland der Schwäbischen Alb. Dort sind über 30.000 Hektar der bundesweit fast 400.000 Hektar Streuobstwiesen wichtiger Rohstoff-Faktor und Erholungslandschaft zugleich. Die Obstanbaufläche im Voralbgebiet ist um ein Mehrfaches größer als die größten deutschen Niederstammanbaugebiete des Alten Landes bei Hamburg mit rund 10.000 Hektar oder der Bodenseeregion mit rund 8.000 Hektar. Im langjährigen Durchschnitt liegt auch die Streuobsternte höher als im Plantagenobstbau, dessen Fläche mit 70.000 Hektar nur ein Sechstel der Gesamtobstanbaufläche in Deutschland ausmacht."


Die Verwertung der Streuobsternte in Deutschland teilt sich bei großen regionalen Unterschieden wie folgt auf:

  • 40 bis 50 Prozent geht in die Eigenverwertung von Privathaushalten,
  • etwa 20 bis 30 Prozent wird von Keltereien zu Getränken verarbeitet,
  • je zehn Prozent werden als Tafelobst vermarktet beziehungsweise nicht geerntet,
  • und je fünf Prozent wird zu Obstbränden beziehungsweise zu Sonderprodukten wie Mus, Marmelade und Dörrobst verarbeitet." (s.u. NABU Thema Streuobst am 27.08.2007)

Die Erntemenge schwankt stark (in Abhängigkeit von Alternanz, Witterung etc.). Im Mittel der Jahre werden jedoch aktuell in Deutschland rund 320.000 t Streuobst geerntet.

 

In Baden-Württemberg erzeugen rund 120 Keltereien die Hälfte des in Deutschland insgesamt gepressten Apfelsaftes (250 Mio. von bundesweit 500 Mio. Litern). Diese Zahlen beinhalten jedoch nicht nur Äpfel von Streuobstwiesen.

 

Verbreitungsschwerpunkte: Streuobstbestände sind in ganz Baden-Württemberg verbreitet. Vorkommensschwerpunkte sind im Albvorland (s. o.), in den Vorbergzonen des Oberrheingebietes, im Neckarbecken und im Voralpinen Moor- und Hügelland.

Häufig vorkommende Pflanzenarten: je nach ausgebildeter Grünlandvegetation kommen deren charakteristische Arten vor, zumeist die der Fettwiesen und –weiden.

Häufig vorkommende Tierarten: Vögel (z. B. Rotkopfwürger, Steinkauz, Wiedehopf, Wendehals, Grün- und Grauspecht), Fledermäuse, Garten- und Siebenschläfer, Insekten (z.B. Admiral, Trauermantel, Bienen) (HÖLL UND BREUNIG 1995: 233 ff).

Biotopschutz nach §32 NatSchG: Streuobstbestände sind nicht durch §32 NatSchG geschützt.

 

3. Gefährdung und Erhaltungsbemühungen

Bis 1999  kam es zu einem Rückgang der Streuobstbestände in Baden-Württemberg auf etwa ein Viertel der noch in den 50er Jahren vorhandenen Bestände.  In den Regionen, in denen Intensivobstbau betrieben wird, dürfte der Rückgang noch um einiges gravierender ausgefallen sein. Während Apfel-, Birnen-, Zwetschgen-, Mirabellen-, Pfirsich- und Aprikosen-Hochstämme in Baden-Württemberg allesamt drastisch abgenommen haben, haben nur Kirsch- und Walnussbäume zugelegt.

 

So gingen z.B. die Bestände der Großgemeinde Bad Wurzach insgesamt von 23.616 Hochstammobstbäumen im Jahr 1965 um 71,8% auf 6.659 Hochstammobstbäume zurück (HARF 1999: 49). Veranschaulicht sei dieser Rückgang am Beispiel von Dietmanns, einem Teilort von Bad Wurzach.

 

Hauptursachen für diesen Rückgang sind:

  • Intensivierung der Landwirtschaft: durch die Anschaffung größerer Maschinen und dem zunehmenden Zwang zur Ertragssteigerung wird die Bewirtschaftung der Streuobstbestände zunehmend störend, viele Bäume müssen weichen.
  • Ein ganzjähriges Obstangebot in den Supermärkten (von Intensivobstplantagen) bietet Alternativen zur eigenen Obsterzeugung und macht die Herstellung von Kompott und Marmelade überflüssig.
  • Der Rückgang der Familiengrößen und Beschäftigten auf den landwirtschaftlichen Betrieben führt zu einem Rückgang des Obst-, Most- und Saftkonsums.
  • Die Anlage neuer Wohngebäude mit trockenwarmen Kellern verschlechtert die Lagermöglichkeiten für Obst und Most.
  • Siedlungs- und Verkehrswegebau, in Ballungsgebieten auch Rodung zur Umwandlung in Schrebergärten.
  • Niedrige Ankaufpreise für Mostobst machen den Streuobstbau noch weniger rentabel.
  • Seit Ende der 80er Jahre verdrängen auch beim Apfelsaft billige Konzentrat-Produkte z. B. aus Polen, China, Iran heimische Direktsäfte (HÖRMANN, M. 2006: Mündl. Auskunft). 

Der absehbare weitere Rückgang des Hochstammobstbaumbestandes ist begründet durch:Foto: C. Harf

  • Die Überalterung der Obstbaumbestände aufgrund fehlender Nachpflanzungen innerhalb der letzten Jahrzehnte.
  • Den absehbaren vorzeitigen Abgang zahlreicher Obstbäume aufgrund mangelnder Pflege innerhalb der nächsten Jahre.
  • Mangelnde Pflege der Bäume aufgrund mangelnder Kenntnisse der Bewirtschafter und Verschwinden des Baumwartsystems.
  • Fehlende Attraktivität des Streuobstbaus durch zu niedrige Mostpreise.

Allerdings findet eine Gegenbewegung statt: Es gründen sich immer mehr regionale Streuobst-Initiativen (s. u.), die sich mit Aufpreis-Modellen bemühen, den Streuobstanbau zu erhalten, und erfolgreich Säfte und andere Produkte von Streuobstwiesen vermarkten. Viele Streuobstprojekte arbeiten mit FachwartInnen zusammen, bei denen sich BaumbesitzerInnen Rat und Unterstützung für die Baumpflege holen können, und bieten weitere Dienstleistungen rund um die Streuobstwiese an.

 

Wichtig für die Verwertung von Streuobst ist  auch die Brennerei. Allein in Baden-Württemberg gibt es fast 24.000 Abfindungsbrennereien. Jede Brennerei verfügt über ein Kontingent von 300 l reinem Alkohol pro Jahr, zusätzlich können sog. "Stoffbesitzer" ohne eigene Brennerei bis zu 50 l Alkohol aus ihrem eigenen Obst brennen lassen. Die Kontingente werden nicht regelmäßig ausgeschöpft. Sie bilden einen Puffer für die Obstabnahme v.a. in Überschussjahren; die dabei erzielten Preise für das Obst liegen im Durchschnitt deutlich über dem Mostapfelpreis. Ende der 90er Jahre haben die baden-württembergischen Brennereien ca. 110.000 t Obst pro Jahr verarbeitet (von 600.000 t Gesamternte). Bei einem Wegfall des Brennmonopols, wie das die EU zur Schaffung einer einheitlichen Marktorganisation für Ethylalkohol anstrebt,  wären in Baden-Württemberg ca. 1,5 Mio. Obstbäume in Gefahr, v. a. die besonders landschaftsprägenden großen Mostbirnenbäume. (nach WELLER 2004).

 

4. Erhalt, Pflege und Neuanlage

 

Folgende Maßnahmen sind zum Erhalt oder zur Erneuerung der Streuobstwiesen nötig:

Baumpflege

Da es sich bei den Hochstammobstbäumen um alte Kultursorten handelt, können diese nach der Pflanzung nicht einfach sich selbst überlassen werden, sie bedürfen zum Erhalt einer ausreichenden Baumgesundheit einer „Kultur“, d.h. einer regelmäßigen Pflege. Totholz führt zwar zunächst zu einer ökologischen Aufwertung des Streuobstbestandes (à „Biotopholz“) (WELLER 1986: 34), jedoch insgesamt zu einer Verkürzung der Lebensdauer eines Obstbaums, da vergreistes Holz bzw. Totholz zum Teil für den Befall mit Holzkrankheiten und Schwächeparasiten verantwortlich gemacht werden kann. Bei Kernobst z.B., ganz besonders bei Zwetschgen, kann durch Entfernen von Totholz eine merkliche Zunahme der Vitalität bewirkt werden (WOLZ 1993: 42). Folgende Schnitte sind zur Pflege von Obstbäumen notwendig:

  • Pflanzschnitt (direkt nach der Pflanzung)
  • Erziehungsschnitt (5 bis 8 Jahre lang jährlich im Frühjahr) zur Erzielung der gewünschten Kronenform
  • Pflegeschnitt (ab ca. 8 Jahre) alle 2 bis 5 Jahre: zu dichte, ins Kroneninnere gewachsene Äste auslichten; Konkurrenzäste entfernen; bruchgefährdete Totäste abnehmen)
  • Sanierungsschnitt falls schon länger keine Pflege mehr vorgenommen wurde

Foto: C. Harf Nicht nur die Bäume in einem Streuobstbestand bedürfen der Pflege, sondern auch die Unternutzung, da Brache schnell zu einer Verbuschung und damit längerfristig zu einer Bewaldung führt. Im günstigsten und häufigsten Fall wird die Fläche unter den Bäumen als ein- oder zweimähdige Wiese genutzt. Als reine Pflegemaßnahme kann hier auch gemulcht werden (möglichst nicht vor 1. Juli). Eine ebenfalls häufig praktizierte und günstige Maßnahme ist die extensive Beweidung durch Tiere (keine Ziegen!), da die Bäume gleichzeitig den Tieren Schutz vor Regen und Sonne bieten. Besonders Jungbäume bedürfen allerdings des Schutzes vor Weidetieren, wohingegen Bäume mit dicker, rauer Borke wie Mostbirnen und Zwetschgen (WELLER 1986: 59) sich auf die Dauer meist gut mit den Weidetieren arrangieren können. Eine intensive Beweidung – insbesondere Pferdekoppelhaltung - ist dagegen sehr ungünstig, da diese zu Tritt- und Baumschäden führen kann und es als Folge der selektiven Unterbeweidung zu einer Verarmung des Artenspektrums auf die von den Weidetieren verschmähten Pflanzen wie Brennnesseln, Distel, Ampfer etc.  kommt.



Nachpflanzungen

Foto: C. Harf Für einen kontinuierlichen Fortbestand der Streuobstbestände ist ein Anteil von ca. 10% Jungbäumen (1. – 5. Standjahr) am Gesamtbestand anzustreben. In weiten Teilen Baden-Württembergs handelt es sich bei den Streuobstbeständen um Zwischen- oder unmittelbare Nachkriegspflanzungen, so dass sich die meisten Bäume im Vollertrag oder in der Zeit des abnehmenden Ertrags befinden. Nachpflanzungen und Neuanlagen sollten aus Gründen des Artenschutzes und der Befahrbarkeit der Flächen mit Maschinen grundsätzlich mit Hochstämmen erfolgen. 

 

Als besonders wertvolle und dennoch vergleichsweise „junge“ Biotope eignen sich Streuobstbestände wie kaum ein anderes Biotop zur Neuanlage im Rahmen von Biotopvernetzungskonzeptionen. Auch für Kompensationsmaßnahmen für Eingriffe nach Naturschutzgesetz ist die Neuanlage von Streuobstflächen beliebt. Vorab sollten allerdings einige wichtige Fragen geklärt werden:

  • wer pflegt die Bäume?
  • wer übernimmt die Unternutzung/ Pflege?
  • wer nutzt das Obst?

All zu oft werden mit großem Engagement neue Streuobstbestände angelegt, für die sich dann allenfalls ein Wiesennutzer findet. Die jungen Bäume wachsen dann aufs Geratewohl, so dass sie sich nach einigen Jahren in einem bedauernswerten Zustand befinden – Pflege, die in jungen Jahren vergessen wurde, kann nur schwer nachgeholt werden, da später bei der Entnahme von Ästen umso größere Wunden entstehen. Bei Neuanlagen als Kompensationsmaßnahme sollte eine 30-jährige Pflegeverpflichtung vertraglich vereinbart und/oder mit einem Grundbucheintrag abgesichert werden.

 

Da sich bei den meisten Obstbäumen ein nennenswerter Ertrag erst ab dem 10. Standjahr bildet, hat man bei der Pflanzung noch etwas Zeit, sich zu überlegen, was mit dem Obst gemacht werden soll. Wenn dann allerdings jährlich 20 oder gar 50 kg Obst pro Baum anfallen (siehe Tab. 1), sollte schon ein klares Konzept bezüglich der Obstnutzung vorliegen.

 

Tab. 1: Ertragsrahmen der Obstgehölze (verändert nach KEMMER UND REINHOLD 1941: 56f)

 

Obstart

Lebensdauer (ca. Jahre)

Ertragslose Zeit

Ansteigender Ertrag

Hauptertrag

Abnehmender Ertrag

 

 

Dauer in Jahren

Dauer in Jahren

Durch-schnitts-ertrag [kg/a]

Dauer in Jahren

Durch-schnitts-ertrag [kg/a]

Dauer in Jahren

Durch-schnitts-ertrag [kg/a]

Mostäpfel

55 – 70

7 – 12

15 – 20

20 – 24

20 – 30

50 – 60

10 – 15

30 – 40

Tafeläpfel

45 – 60

7 – 12

10 – 15

12 – 18

15 – 25

30 – 45

10 – 12

20 – 30

Mostbirnen

65 – 85

8 – 10

20 – 25

30 – 35

20 – 30

70 – 90

15 – 20

45 – 55

Tafelbirnen

55 – 70

6 – 10

15 – 20

12 – 15

20 – 25

35 – 45

12 – 15

25 – 30

Quitten

40 – 55

3 – 4

6 – 8

8 – 12

25 – 35

30 – 40

8 – 12

15 – 18

Süßkirschen

45 – 60

5 – 7

12 – 16

13 – 17

20 – 25

40 – 50

8 – 12

25 – 30

Sauerkirschen

30 – 40

5 – 7

4 – 6

8 – 10

8 – 10

12 – 15

6 – 9

15 – 17

Pflaumen/ Zwetschgen

30 – 40

4 – 6

6 – 8

8 – 12

12 – 16

25 – 30

6 – 10

15 – 20

Walnuß

80 - 100

12 - 16

18 - 22

15 - 20

30 - 40

40 - 60

18 - 22

30 - 40

 

Falls sich niemand für die Obstnutzung findet, kann es sinnvoller sein, Waldbaumarten wie Ahorn, Esche, Linde, Wildkirsche, Walnuss, Mehlbeere, Elsbeere, Speierling zur Wertholzerzielung zu pflanzen. Auch diese benötigen allerdings entsprechende Pflege, um einen Schaft mit astfreiem Wertholz zu erzielen: ansonsten gibt es nur Brennholz. Der Artenschutzaspekt für Höhlenbrüter ist bei Wertholzbäumen allerdings nicht gegeben, da eine Überalterung der Bäume wie beim Streuobst nicht mit der Wertholznutzung vereinbar ist.

 

Neuanlagen von Streuobstbeständen – vor allem um Aussiedlerhöfe und an Ortsrändern, Alleepflanzungen entlang von Feldwegen - sollten nur auf geeignetem Gelände (nicht vernässt oder spätfrostgefährdet) mit geeigneten Sorten erfolgen. Als geeignet können alle lokalen Sorten gelten, außerdem robuste, widerstandsfähige und langlebige Sorten. Seit 1995 nehmen Feuerbrand-Infektionen v. a. an Apfel-, Birnen-, Quitten- und Mispelbäumen zu. Auch wenn Hochstämme in der Regel weniger stark geschädigt werden als Obstbäume im Niederstamm-/Plantagenobstbau, kann die Feuerbrand-Resistenz bzw. -toleranz ein wichtiger Aspekt bei der Sortenwahl sein.  Es empfiehlt sich, die Sortenwahl vor der Pflanzenbeschaffung mit der Obstbauberatungsstelle beim Landkreis (sofern vorhanden),  zu besprechen.

 

Jungbäume sollten zur Vermeidung eventueller Nachbauschwierigkeiten nicht unmittelbar an der gleichen Stelle wie ihre Vorgänger gepflanzt werden, sondern in Zwischenflächen. Aus dem selben Grund sollte auch die Obstart oder -sorte gewechselt werden. Die Heister werden mit einem Pfahl stabilisiert und auf nicht eingezäunten Flächen mit Drahthosen gegen Verbiss durch Wild und Weidevieh geschützt. Die Baumscheiben bei Jungbäumen sollten nur in Pflanzlochgröße 5 bis 6 Jahre nach der Pflanzung durch Abdeckung mit Mähgut aus der Umgebung freigehalten werden. Der beste Pflanztermin ist der Herbst (Ausnahme: Walnuss), nur in Gegenden mit strengen Wintern ist die Frühjahrspflanzung zu bevorzugen. Im ersten Jahr nach der Pflanzung muss bei Trockenheit bewässert werden.

 

Foto: C. Harf Als Alleepflanzungen entlang von Straßen sind Wildobstbäume bzw. robuste bodenständige Obstsorten zu bevorzugen, die wenig Pflege benötigen. Um Belange der Landwirtschaft zu beachten, sollte möglichst die Südseite von Wegen bepflanzt werden, damit der Schatten auf den Weg selbst fällt. Gepflanzt werden sollten Hochstämme mit stark wüchsigen Unterlagen und hoch angesetzter Krone, um das an Wirtschaftswegen für die landwirtschaftlichen Fahrzeuge erforderliche Lichtraumprofil von 4m ( an anderen Straßen 4,50m) zu gewährleisten. Dabei eignen sich insgesamt Birnen besser als Äpfel, die stark aufgeastet werden müssen. Als Flurbäume eignen sich z.B.:

  • Birnen: Oberösterreichische Weinbirne, Gute Graue, Schweizer Wasserbirne, Stuttgarter Gaishirtle, Kirchensaller Mostbirne, Grüne Jagdbirne
  • Äpfel: Bittenfelder Sämling, Bohnapfel, Brettacher, Jakob Fischer, Maunzenapfel
  • Kirschen: Kassins Frühe, Dollenseppler, Schwarze Schüttler
  • Zwetschgen: Wangenheims Frühzwetschge, Nancy-Mirabelle
  • Walnüsse

Zur Vermeidung von Bewirtschaftungshindernissen sind Baumreihen grundsätzlich parallel zur Bewirtschaftungsrichtung zu pflanzen. Stirnseitige Baumstreifen gelten als Bewirtschaftungshindernis. Soweit aus landschaftlichen Gründen sinnvoll, sollten aber auch an den Stirnseiten der Schläge Baumreihen mit entsprechendem Vorgewende gepflanzt werden können. Der Abstand von Bäumen in der Reihe sollte durchschnittlich ca. 10m betragen, die Mindestabstände von der Fahrbahnkante sollten bei Bäumen mit hoch angesetzter Krone 1,50m und bei Bäumen mit niedrigem Kronenansatz 2,75m nicht unterschreiten. Weitere Informationen zur Pflanzung finden sich in der

Anleitung zur Pflanzung von Obstbaum-Hochstämmen  (pdf - Dokument, Landeshauptstadt Stuttgart,  Amt für Liegenschaften und Wohnen).
 

5. Kosten

Im Jahr 2007 lagen die Preise nach Angaben des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst aufgrund der stärkeren Nachfrage aus Mittelosteuropa bei 13-18 Euro/dt Streuobst. Um den Streuobstbau nachhaltig zu sichern, hält der NABU einen dauerhaften Preis von um die 20 Euro/dt für erforderlich. Dafür sollen die StreuobsterzeugerInnen ausschließlich Hochstämme nachpflanzen und auf synthetische Düngemittel und Pestizide konsequent verzichten.

 

Da aus einem Doppelzentner / einer Dezitonne (=100 kg)  Streuobst  bis zu 75 l Saft oder Most gewonnen werden können, würden bei einem Streuobstpreis von 20 Euro/dt  auf einen Liter Streuobstsaft ca. 27 Cent Rohstoffkosten entfallen. Bei einem Vermarktungspreis von 1,30 bis 1,50 Euro (inkl. Mwst.) pro Liter Streuobstsaft erscheint dies durchaus angemessen.

 

Bei der Lohnversaftung erhalten die StreuobstlieferantInnen meist um die 60 Liter Saft für einen Doppelzentner Obst zurück.

 

 ohne Einzelschutz gegen Weidevieh

 

Hochstämme, 150 – 200cm ohne Ballen - mit Pflanzlochbohrer (Ø 0,6 m)

Baumbesatz St/ ha

65

100

125

Arbeitsgänge/ Kostenarten

Kosten €/ha

Pflanzvorbereitung (Mähen)

Pflanzgruben bohren – Lohn, Maschinen

Pflanzung von Hand

Pflanzmaterial*

B.pfählung – Lohn, Maschinen

B.pfählung – Material

Pflanzbewässerung

11

83

117

1.163

83

299

129

17

128

179

1.790

128

460

198

21

160

224

2.237

160

575

248

Verfahrenskosten

€/ha

1.885

2.900

3.625

€/Baum

29

Gesamtkosten

€/ha

2.066

3.177

3.972

€/Baum

32

Richtpreis

€/ha

2.306

3.546

4.434

€/Baum

35

 

Hochstämme, 150 – 200cm ohne Ballen - Handpflanzung

Baumbesatz St/ ha

65

100

125

Arbeitsgänge/ Kostenarten

Kosten €/ha

Pflanzvorbereitung (Mähen)

Pflanzung von Hand

Pflanzmaterial*

B.pfählung – Lohn, Maschinen

B.pfählung – Material

Pflanzbewässerung

11

598

1.163

83

299

129

17

920

1.790

128

460

198

21

1150

2.237

160

575

248

Verfahrenskosten

€/ha

2.283

3.513

4.391

€/Baum

35

Gesamtkosten

€/ha

2.564

3.944

4.930

€/Baum

39

Richtpreis

€/ha

2.879

4.428

5.536

€/Baum

44

*unterstellter Preis (Bezugsjahr 1994, einschl. Mengenrabatt, Transport und Einschlag, ohne MwSt): 18 €/ Baum

 

Dies deckt sich mit den Angaben bei ROTH UND BERGER (1999), nach denen die  Kosten für die Neuanlage einer Streuobstwiese bei 4.350,- €/ha liegen (Hochstämme ohne Ballen; im Mittel 85 Bäume je ha; Einzelschutz gegen Viehverbiss; Mittel aus Pflanzung mit Hand und Pflanzlochbohrer).

 

Hinzu kommen Kosten für den Schutz der Bäume gegen Verbiss durch Wild oder Weidevieh sowie je nach Bedarf Dünge- und Pflanzenschutzkosten.

 

Kosten für die Pflege von Obstbäumen 

Erziehungsschnitt und Aufschichten des Schnittguts am NSG-Rand; Kosten inkl. Material und Kleingeräte

1,2 Arbeitskräfte-Stunden à 14,70 Euro je Obstbaum bei 50-100 zu pflegenden Bäumen je Hektar Streuobstfläche

Anzahl Bäume je Hektar

Verfahrenskosten (bei geringer Baumzahl steigend aufgrund von Effizienzverlusten)

25% Zuschlag-Gemeinkosten/Gewinn auf den Hektarbetrag

Gesamtkosten

Arbeitsdauer

 

€/Stück

€/ha

€/ Stück

 €/ha

 €/ Stück

 €/ha

Akh/ Stück

Akh/ha

100

17,60

1.760,00

4,40

440,00

22,00

2.200,00

1,20

120

70

17,60

1.231,50

4,40

307,90

22,00

1.539,40

1,20

84

50

17,60

879,70

4,40

219,90

22,00

1.099,60

1,20

60

20

22,90

457,50

5,70

114,40

28,60

571,90

1,55

31

10

23,80

237,50

5,90

59,40

29,70

296,90

1,62

16

(abgeleitet von KELLERMANN und REINÖHL 1997)

Nach ROTH UND BERGER (1999) liegen die Erhaltungspflegekosten für Streuobstbäume bei einem 10-jährigen (!) Baumschnitt bei ca. 310 €/ha*a (alle 10 Jahre 31 €/ Baum). Die Jugendpflege vom 1. bis zum 3. Standjahr liegt hier bei ca. 510 €/km (einmaliges Mulchen und Mähen der Baumscheiben im Jahr, Bewässern und Nachbesserung an Pfählen und Baumschutz).

 

Hinzu kommen je nach Bewirtschaftung bzw. Pflege Kosten für das Mähen oder Mulchen der Wiese.

 

6. Fördermöglichkeiten

 

Förderung des Verarbeitung und Vermarktung von Streuobst

 

Um die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen für die Bewirtschafter attraktiver zu machen und damit den Erhalt der Bestände zu sichern, wurden seit Ende der 80er Jahre zahlreiche Aufpreisinitiativen ins Leben gerufen. Aufpreisinitiativen sind meist Zusammenschlüsse von Erzeugern, Naturschützern und Weiterverarbeitern, die im Gegenzug für zuvor festgelegte Bewirtschaftungs- und Kontrollvereinbarungen einen höheren Erzeugerpreis, den sog. Aufpreis auf den handelsüblichen Marktpreis bzw. einen Festpreis, für das Mostobst garantieren. So kann je nach Aufpreisinitiative ein Preis von mindestens 10 €/dt (meist wesentlich mehr) erzielt werden. Als Auflagen schreiben die Aufpreisinitiativen i.d.R. vor

  • nur Obst, das ausnahmslos von Hochstämmen aus eigenem Anbau stammt, anzuliefern,
  • keine Pflanzenschutzmittel in den Streuobstbeständen anzuwenden,
  • keine flächenhaften Rodungen durchzuführen,
  • Nachpflanzungen für ausgefallene Bäume zu garantieren,
  • die Erfassung der Anbaufläche über Flurstücksnummern zu garantieren,
  • Stichprobenkontrollen beim Saft auf Rückstände durch Fachlabors zuzustimmen und
  • bei eventuellen Rückständen die Rückforderung in Kauf zu nehmen.

(STIFTUNG NATURSCHUTZFONDS BEIM MINISTERIUM LÄNDLICHER RAUM BADEN-WÜRTTEMBERG 1997: 46).

Derzeit wird etwa 4% der Streuobsternte über Aufpreisinitiativen vermarktet (LANGENBACH & BRETETZ 2003).

 

Die Kosten der Aufpreisinitiativen für Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen sowie für Werbe- und Verkaufsförderungsmaßnahmen werden vom Ministerium für Ernährung und Ländlicher Raum unterstützt.

 

In PLENUM-Gebieten und in Gebieten zur Sicherung der Mindestflur können mobile Saftpressen nach der Landschaftspflegerichtlinie (LPR)  bezuschusst werden.

 

Größere Investitionen, z. B. in Kleinbrennereien in landwirtschaftlichen Betrieben, die mind. 20.000 Euro betragen (ohne Umsatzsteuer), können nach dem Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP Teil B) mit 25% des  zuwendungsfähigen Investitionsvolumens gefördert werden. Für Investitionen in Saftkeltereien im Bereich Herstellung und Lagerung von Direktsaft sowie für qualitätsverbessernde Maßnahmen kann ein Zuschuss nach der Richtlinie zur Marktstrukturverbesserung gewährt werden.

 

Förderung der Erhaltung und Neuanlage von Streuobstflächen

 

Die Erhaltung und die Neuanlage von Streuobstbeständen durch verschiedene Richtlinien des Landes und teilweise auch durch Kommunen gefördert.

 

So werden im Marktentlastungs- und Kulturlandschaftsausgleichprogramm Baden-Württemberg (MEKA III) für die Erhaltung von Streuobstbeständen (vgl. Seite zu Extensivgrünland) jährlich 2,50 Euro je Streuobst-Hochstamm gezahlt (Stand März 2009). Im Jahr 2007 wurden beispielsweise 4 Mio. Euro für die Erhaltung der Streuobstbestände beantragt. Voraussetzung für diese Förderung sind folgende Kriterien:

- Die Streuobstbestände sollen i. d. R. um die 100 Bäume je Hektar tragen; die Stammhöhe soll in der Regel mindestens 1,40 m betragen.

- Zwischen und unter den Bäumen muss eine landwirtschaftliche Nutzung oder Pflege erfolgen.

Zusätzlich zur Streuobstförderung können nach MEKA auf derselben Fläche die ökologische Wirtschaftsweise oder extensive Grünlandbewirtschaftung gefördert werden.

 (MINISTERIUM FÜR ERNÄHRUNG UND LÄNDLICHEN RAUM  2008)

 

Im Rahmen von Flurneuordnungsverfahren können die Ergänzung oder Vergrößerung von Streuobstflächen gefördert werden. Der Zuschuss ist von der Höhe des Verfahrenszuschusssatzes des jeweiligen Flurneuordnungsverfahrens abhängig und beträgt 55-85 %. Mit der Neuordnung der Grundstücke kann auch die Übernahme von Streuobstflächen durch die Gemeinde oder einen anderen Träger, wie zum Beispiel einen Obst- und Gartenbauverein oder eine Naturschutzorganisation unterstützt werden.

 

Auch nach der Landschaftspflegerichtline (LPR) können Ausgleichszahlungen für eine extensive Grünlandbewirtschaftung gewährt werden, ebenso wie für „Maßnahmen der Biotopgestaltung“ (z.B. Neuanlage von Streuobstbeständen oder Wiederherrichten einer aus der Bewirtschaftung gefallenen Streuobstfläche). Im Rahmen der Landschaftspflegerichtlinie sind außerdem auch „bauliche Anlagen und technische Einrichtungen“ u.a. nach Teil D sowie „Dienstleistungen und Organisationen zur Vermarktung [...] regionaler landwirtschaftlicher Qualitätsprodukte“ nach Teil E förderfähig. Dies könnte unter Umständen von Interesse für die Bildung einer Aufpreisinitiative und die Einrichtung einer Mosterei sein. Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Streuobstfläche in einem Natura 2000-, Schutz- oder Projektgebiet liegt oder die Gemeinde eine Mindestflur- oder Biotopvernetzungskonzeption erstellt hat.

 

Auch die naturschutz- und baurechtlichen Eingriffsregelungen bieten Möglichkeiten für die Erhaltung und Neuanlage von naturschutzwichtigen Streuobstflächen. Zwar kann die reine Erhaltungspflege nicht als Ausgleich- oder Ersatzmaßnahme gewertet werden, eine Wiederherstellungspflege ist jedoch grundsätzlich möglich und ihm Rahmen eines Ökokontos auch anrechenbar.

 

Gemeinden können Streuobstflächen beispielsweise durch Ermäßigung oder Erlass der Pacht von gemeindeeigenen Grundstücken oder durch Zuschüsse für Pflanz- und Pflegemaßnahmen fördern.

 

7. Literatur

  • AID (Hrsg.) (2006): Streuobstwiesen schützen. 7. überarb. Auflage. 28 S. ISBN 3-8308-0530-6
  • BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN (1995): Lebensraum Streuobstflächen - Vorschläge zur Umsetzung von Artenschutzzielen. 183 S.
  • BÜNGER, L. und KOLBACH, D. (1995): Streuobst - Bindeglied zwischen Naturschutz und Landwirtschaft; Hrsg. Bundesamt für Naturschutz; Dokumentation Natur und Landschaft, Sonderheft 23, Bibliographie 69, 167 S.
  • DEUTSCHER VERBAND FÜR LANDSCHAFTSPFLEGE (DVL) (2006): Landschaftselemente in der Agrarstruktur - Entstehung, Neuanlage und Erhalt - DVL-Schriftenreihe "Landschaft als Lebensraum", Heft 9, 123 S.
  • ERHARD, K. (1988): Die Bedeutung des Streuobstbaues aus der Sicht der Landschaftsgestaltung und der Landespflege. – In: Kolloquium über die Bedeutung und Problematik des landschaftsprägenden Streuobstbaus in Baden-Württemberg. Nürtinger Hochschulschriften 7: 11 – 17.
  • GIRSTENBREU, W. (2004): Streuobst 2000 Plus (Bayern) in Landinfo 5/2004: 46-50
  • GUSSMANN, K. (1896): Zur Geschichte des württembergischen Obstbaus. Festschrift zur X. Wanderversammlung der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft. – Stuttgart: Kohlhammer-Verlag. 123 S.
  • HARF, C. (1999): Der Streuobstbau und seine Vermarktung in der Märkischen Schweiz (Brandenburg) und der Großgemeinde Bad Wurzach (Baden-Württemberg). - Eberswalde: Fachbereich Landschaftsnutzung und Naturschutz an der FH Eberswalde. Diplomarbeit. 65 S. + Anhang.
  • HARTMANN, M. (1988): Streuobstbau aus der Sicht der Fruchtsaftkeltereien. - In: Kolloquium über die Bedeutung und Problematik des landschaftsprägenden Streuobstbaus in Baden-Württemberg. Nürtinger Hochschulschriften 7: 23 – 25.
  • HARTMANN, W. (2008): Farbatlas Alte Obstsorten. Ulmer Verlag 3., überarbeitete Aufl. 318 S.
  • HARTMANN, W. (2004): Sterben unsere Streuobstwiesen? in Landinfo 5/2004: 38-40
  • HASSLER, M. et al. (Hrsg.)(2004): Obstwiesen im Kraichgau. verlag regionalkultur; 320 S., ISBN 3-89735-213-3
  • HÖLL, N. und BREUNIG, T. (Hrsg.) (1995): Biotopkartierung Baden-Württemberg. Ergebnisse der landesweiten Erhebungen 1081 – 1989. - Beih. Veröff. Naturschutz Landschaftspflege Bad.- Württ. 81: 1 – 544.
  • KELLERMANN, S. und REINÖHL, H. (1997): Kosten der Landschaftspflege und der Landbewirtschaftung in Naturschutzgebieten des Regierungsbezirks Stuttgart. Eine Pilotstudie der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege in Stuttgart. - BNL Stuttgart. 96 S.
  • KEMMER, E. und REINHOLD, J. (1941): Die Wertschätzung im Obstbau. – Stuttgart: Verlag Eugen Ulmer. 144 S.
  • KURATORIUM FÜR TECHNIK UND BAUWESEN IN DER LANDWIRTSCHAFT (KTBL; Hrsg.) (2006): Landschaftspflege 2005 - KTBL Datensammlung, 5. überarb. Auflage. Darmstadt. 100 S.
  • LANGENBACH, K. und BRETEZ, M. (2003): Zum Stand der Streuobst-Aktivitäten in Baden-Württemberg. NABU-BFA Streuobst, 79 S. 
  • LUCKE, R. et. al. (1992): Obstbäume in der Landschaft. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart. 300 S.
  • MINISTERIUM FÜR ERNÄHRUNG UND LÄNDLICHEN RAUM (Hrsg.) (2000): Rund um den Apfel - Informationen und Rezepte. 48 S.
  • MINISTERIUM FÜR LANDLICHEN RAUM, ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN (Hrsg.) (1987): Landschaft als Lebensraum. Biotopvernetzung in der Flur. Stuttgart. 95 S. (MLR-10-87)
  • MINISTERIUM FÜR LANDLICHEN RAUM, ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN (Hrsg.) (1988): Landschaftsprägender Streuobstbau. Empfehlenswerte Obstgehölze einschließlich der Wildobstarten. – Stuttgart. (MLR-11-88)
  • ROTH, D. und BERGER, W. (1999): Kosten der Landschaftspflege im Agrarraum. – In: KONOLD, W., BÖCKER, R. UND HAMPICKE, U. (1999): Handbuch Naturschutz und Landschaftspflege. Kompendium zu Schutz und Entwicklung von Lebensräumen und Landschaften. – Landsberg: ecomed.
  • RÖSLER, M. (1996): Erhaltung und Förderungen von Streuobstwiesen - Analyse und Konzept. Modellstudie dargestellt am Beispiel der Gemeinde Boll. Gemeinde Boll, Hrsg. 2. Aufl., 303 S.
  • RÖSLER, S. (2007): Natur- und Sozialverträglichkeit des Integrierten Obstbaus - ein Vergleich des integrierten und des ökologischen Niederstammobstbaus sowie des Streuobstbaus im Bodenseekreis, unter besonderer Berücksichtigung ihrer historischen Entwicklung sowie von Flora und Fauna. Diss. Uni Kassel, FB Stadtplanung/Landschaftsplanung. 2. Aufl. 429 S.
  • SCHWARZ, G. (1980): Vom Hochstamm zur schlanken Spindel. Eine Betrachtung zur Wandlung im Obstbau in den letzten 30 Jahren. – In: Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg (Hrsg.): Festschrift zum 100jährigen Bestehen des Landesverbandes für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg 1880 – 1980. – Stuttgart: Ulmer Verlag. S. 46 – 54.
  • STIFTUNG NATURSCHUTZFONDS BEIM MINISTERIUM LÄNDLICHER RAUM BADEN-WÜRTTEMBERG (Hrsg.) (1997): Streuobst. Ideen-Aktionen-Konzepte zum Erhalt der Streuobstwiesen in Baden-Württemberg. – Stuttgart. 71 S.
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  • WELLER, F. (2004/2006): Streuobstwiesen. In: KONOLD, W.  et. al.: Handbuch Naturschutz und Landschaftspflege - XI-2.11, 18. Erg. -Lfg. 2/06, 42 S. XIII - 7.9 12. Erg.Lfg. 4/04, 42. S.
  • WELLER, F. (1986): Untersuchungen über die Möglichkeiten der Erhaltung des landschaftsprägenden Streuobstbaus in Baden-Württemberg. – Stuttgart: Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten Baden-Württemberg. 78 S.
  • WERNER-GNANN, B. (2008): Alten Obstsorten auf der Spur. In: BWagrar Bauernkalender 2009, Verlag Eugen Ulmer Stuttgart. S. 100-103
  • ZEHNDER, M. und WAGNER, F. (2008): Streuobstbau - ein Auslaufmodell ohne sachgerechte Pflege. in: Naturschutz und Landschaftsplanung 40, (6), 2008. S. 165-172
  • ZEHNDER, M. und WELLER, F. (2006): Streuobstbau - Obstwiesen erleben und erhalten. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart. 160 S.

8. Links

Streuobst-Initiativen in Baden-Württemberg