Service-Navigation

Suchfunktion

Biotoptypen und Landschaftselemente

Hecken und Feldholzinseln



1. Einleitung

Hecken sind lineare, anthropogen bedingte, aus Strauchgehölzen, Stauden, Gräsern und vereinzelt Bäumen aufgebaute Gehölzstrukturen (HAFFNER 2001). Ihre Struktur entspricht im Idealfall zwei spiegelbildlich verdoppelten Waldrändern (RÖSER 1988: 60). Zunächst dienten Hecken dem Menschen zur Abgrenzung der eigenen Grundstücke („Hecke“ abgeleitet von althochdeutsch „Hag“ = Zaun) , zum Ausschluss des Weideviehs von den Äckern bzw. zum Einschluss des Weideviehs auf bestimmten Parzellen. Des weiteren lieferten Hecken Brenn- und Bauhholz, Beeren und Blätter. Insbesondere zur Versorgung mit Brennholz, aber auch um die Hecken dicht zu halten, wurden diese in regelmäßigen Abständen (8 – 15 Jahre) abschnittsweise „auf den Stock gesetzt“. Im 20. Jahrhundert wurden Hecken dann auch als Wind- und Erosionsschutz zur Ertragssteigerung zwischen Äckern gepflanzt (REIF 2002). So verleihen Hecken heute noch manchen Landstrichen eine ganz eigene Prägung, wie z.B. die Knicks in Schleswig-Holstein, das Monschauer Heckenland oder auch (wie der Name schon sagt) das „Heckengäu“ in Baden-Württemberg.

Man unterscheidet zwischen spontanen (=nicht gepflanzten) Hecken in Erosionsrinnen, entlang von Hohlwegen oder auf Lesesteinriegeln, und vom Menschen bewusst angelegten Hecken aus o.g. Gründen (HAFFNER 2001).

Niederhecken (<2m) bestehen meist aus einem undurchdringlichen Gestrüpp stacheliger Arten wie Brombeeren und Rosen.

In Hochhecken (> 5m) treten zu den Strauch- auch Baumarten auf, die starken Rückschnitt tolerieren (z. B. Feldahorn, Hainbuche, Stieleiche, Esche)

Baumhecken sind weniger durch eine strukturreiche Strauchschicht gekennzeichnet. Sie erhalten ihre spezifische Physiognomie durch linienhaft angeordnete Bäume, die mancherorts heckenartig beschnitten werden. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Monschauer Heckenlandschaft der westlichen Nordeifel, wo solche alten, dem Windschutz dienenden Hecken in besonders kunstvoller Weise erhalten und durch eine regelmäßige Schur gepflegt werden (MÖSELER 2002).

Gebüsche sind flächige Strukturen im Offenland, gebildet von stockausschlagfähigen niederen Bäumen und Sträuchern (REIF 2002).

 

Feldholzinseln sind breiter als Hecken und im Grundriss unregelmäßig geformt. Sie wachsen meist auf landwirtschaftlich schlecht nutzbaren Geländemissformen und liegen inselartig in der Flur verstreut. Ihre Kernzone ist häufig baumreicher als bei schmalen Hecken (MLR-10-87). Sie sind in der Regel kleiner als 0,3 ha („jeder Baum ist höchstens 30m vom Waldrand entfernt, daher kein Waldinnenklima“) (REIF 2002). Feldgehölze sind entstanden als

  • Rodungsrelikte ehemals großflächig verbreiteter;
  • Resultat von Wiederbewaldungsvorgängen, indem aus Gebüsch- oder Heckeninitialen nach Wegfall der Nutzung kleinere Baumbestände hervorgehen;
  • Pflanzung auf einzelnen kleineren Parzellen in Agrarlandschaften;
  • Durch Sukzession nach Aufgabe der Nutzung landwirtschaftlicher Flächen. (REIF UND ACHTZIGER 2000)

 

2. Bedeutung

Foto: S. Krebs

Hecken und Feldholzinseln sind

  • Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten; TISCHLER (1948) fand in den Hainbuchenknicks Schleswig-Holsteins ca. 1500 Arten, ROTTLER UND KNEITZ (1977) fanden ca. 900 Arten in Hecken Süddeutschlands (beide in KAULE 1986).
  • Ausbreitungswege und Refugien für Waldrand- und Waldbewohner.
  • Wichtige Strukturelemente für die kleinräumige Vernetzung von naturnahen Waldbiotopen.
  • Windschutz.
  • Böschungssicherung und Erosionsschutz v.a. in geneigten Ackerlagen auf erosionsempfindlichen Lößböden.
  • Luftfilter
  • Strukturelemente in der Landschaft, die zur räumlichen Gliederung der Feldflur in der Landschaft und zur Belebung des Landschaftsbilds beitragen.

Viele dieser ökologischen Funktionen von Hecken sind auch ökonomisch bedeutsam:

  • Hecken bieten Rückzugs- und Überwinterungsmöglichkeiten für zahlreiche Tierarten, so auch für viele Schädlingsantagonisten und sind somit Voraussetzung für den Erhalt stabiler Populationen, die Schädlingskalamitäten im Ackerbau vorbeugen.
  • Durch das Zusammenwirken der durch eine Hecke veränderbaren Faktoren wie Windverhältnisse, Feuchte, Transpiration, CO2-Haushalt, Wurzelkonkurrenz, Beschattungswirkung und Erosionsschutz kommt es zu Ertragsveränderungen. So sind im Grünland und bei Sonderkulturen meist deutliche Ertragssteigerungen zu verzeichnen, wogegen es im Ackerbau in einzelnen Jahren zu Ertragsdepressionen kommen kann. So muss im unmittelbaren Heckenumfeld bedingt durch Schattenwirkung und Wasser- und Nährsalzentzug durch die Heckenpflanzen generell mit Ertragseinbußen gerechnet werden. Bereits nach wenigen Metern steigt der Ertrag jedoch über den Freilandwert an, um dann sukzessive auf das Freilandniveau zurückzufallen (RÖSER 1988: 35 ff).

Abb. 1: Windschutzwirkung und landwirtschaftliche Ertragssteigerung durch Hecken (aus MLR-10-87: 31)

 

  • Bienenweide (Bedeutung für Honigerzeugung sowie für Frucht- und Saatgewinnung im Obstbau, bei Raps, Klee und Luzerne).
  • Hege des jagdbaren Wildes, Verbissmöglichkeiten für Hasen, Kaninchen und Rehe.
  • Verbesserung des Wasserhaushalts durch Verminderung des Oberflächenabflusses und Förderung der Wasserspeicherung im Wurzelraum.
Verbreitungsschwerpunkte:

Feldgehölze: Alpenvorland, Schwäbische Alb, Obere Gäue, Oberrheinebene, Kraichgau, Neckarbecken, Bauland und Tauberland

Hecken, Gebüsche: Hochfläche der Schwäbischen Alb, Baar, Obere Gäue, Markgräfler Hügelland, Schwarzwald-Vorberge, Kraichgau, Bauland und Tauberland

Häufig vorkommende Pflanzenarten: Feldahorn (Acer campestre), Bergahorn (Acer pseudoplatanus) (F), Berberitze (Berberis vulgaris) (H), Hängebirke (Betula pendula) (F), Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea), Haselnuss (Corylus avellana) (H), Eingriffliger Weißdorn (Crataegus monogyna) (H), (Crataegus x macrocarpa) (H), Pfaffenhütchen (Euonymus europaea) (H), Esche (Fraxinus excelsior) (F), Apfel (Malus domestica) (F), Vogelkirsche (Prunus avium) (F), Zitterpappel (Populus tremula) ( F),  Kreuzdorn (Rhamnus cathartica) (H), Schlehe (Prunus spinosa), Hundsrose (Rosa canina) (H), (Rosa corimbifera) (H), Weinrose (Rosa rubiginosa) (H), (Rosa tomentosa) (H), Traubeneiche (Quercus petraea) (F), Stieleiche (Quercus robur) (F),  Silberweide (Salix alba) (F),  Ohrweide (Salix aurita) (H), Salweide (Salix caprea) (F), Grauweide (Salix cinerea) (H), (Salix x rubens), Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) (H), Winterlinde (Tilia cordata) (F), Sommerlinde (Tilia platyphyllos) (F), Feldulme (Ulmus minor) (H), Wolliger Schneeball (Viburnum lantana) (H), Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus) (H)

(H – v.a. in Hecken und Gebüschen, F – v.a. in Feldgehölzen)

Häufig vorkommende Tierarten: Vögel (z.B. Neuntöter, Goldammer, Dorngrasmücke, Rebhuhn), Insekten, Säuger (z.B. Igel, Haselmaus, Mauswiesel), Insekten, Erdkröte

Biotopschutz nach §33 NatSchG: Hecken in der Feldflur sind ab einer Länge von 20 m geschützt. Gebüsche sind unabhängig von ihrer Länge und Lage geschützt, wenn es sich um Gebüsche trockenwarmer oder feuchter Standorte oder um Uferweiden-Gebüsche handelt. Feldgehölze sind geschützt, wenn sie mindestens 250 m² groß, aber kleiner als 0,5 ha oder schmäler als 50 m sind.

(HÖLL UND BREUNIG 1995: 263 ff)

 

3. Gefährdung

Bild: S. Krebs



Feldgehölze, Hecken und Gebüsche fielen – aufgrund des Bedeutungsverlustes ihrer ursprünglichen Funktionen - vielfach Rodungen im Rahmen von Flurbereinigungsmaßnahmen zum Opfer. Heute sind sie v.a. durch intensive landwirtschaftliche Nutzung, fehlende Bewirtschaftung, Müllablagerungen und Einbringung naturraum- und standortfremder Gehölzarten gefährdet. Durch die Biotopkartierung 1981 – 1989 wurden rund 44% aller kartierten Feldgehölze, Hecken und Gebüsche, v.a. in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten,  als gefährdet eingestuft (HÖLL UND BREUNIG 1995: 263 ff).

Im Gegensatz dazu kam es zu einer Hecken- und Feldgehölz-Ausdehnung auf Sozialbrache-Flächen (z.B. Schwarzwald, wo eine weitere Ausdehnung eher unerwünscht ist) und im Zusammenhang mit Naturschutz-Aktivitäten (Biotopverbund) (HAFFNER 2001).

 

4. Erhalt, Pflege und Neuanpflanzung

Bestandspflege (Dauerpflege):

Als vom Menschen begründete Vegetationsform benötigen Hecken zu deren Erhalt eine regelmäßige Pflege, die verhindert, dass die Hecken zu hoch aufwachsen und an der Basis zu stark auflichten – die Hecke muß verjüngt werden. Je nach angestrebter Heckenausprägung (Nieder-, Hoch- oder Baumhecke) ist ein Pflegeziel festzulegen. Ökologisch gesehen ist es meist sinnvoll, „durchgewachsene“ Baumhecken in strukturreichere Hoch- oder Niederhecken umzuwandeln. Grundsätzlich gilt:

 

Vielfalt fördern

  • Alle Hecken sollten eine dichte Strauchschicht enthalten.
  • Schnellwüchsige und häufige Arten können bevorzugt auf den Stock gesetzt werden (z.B. Hasel, Esche, Zitterpappel).
  • Langsam wachsende Arten und Dornensträucher sollten durch selteneren Schnitt gefördert werden (z.B. Schwarzdorn, Weißdorn, Kreuzdorn, Rosen, Geißblatt, Pfaffenhütchen, Hartriegel).
  • Überwachsene Steinhaufen und Trockenmauern sollen freigestellt werden.
  • Mit Steinen aus angrenzenden Feldern können in der Hecke Steinhaufen zur Erhöhung der Strukturvielfalt gebildet werden.
  • Bäume, welche evtl. vorhandene Trockenmauern mit ihren Wurzeln sprengen, sollten entfernt werden.

Schonend pflegen

  • Nur abschnittsweise eingreifen. Bei Niederhecken höchstens 1/3 der Hecke und nie mehr als 10m am Stück auf den Stock setzen.
  • Selektiv arbeiten: in Hoch- und Baumhecken die schnellwachseneden Sträucher und Bäume alle 5 – 15 Jahre auf den Stock setzen. Langsam wachsende arten nicht oder nur schwach schneiden.
  • Kein Abschlagen in der Zeit vom 1. März bis 30. September (§29 Abs. 3 Nat Sch G)
  • Einzelne Bäume (z.B. Eschen, Eichen, Vogelkirschen) und größere Sträucher in unregelmäßigen Abständen als „Überhälter“ belassen.
  • Säume sporadisch etwa alle 3 – 5 Jahre mähen, um ihre Verbuschung zu verhindern; Schnittzeit Ende September; möglichst Teilstücke zeitlich versetzt mähen; nicht mulchen, sondern Mähgut abtransportieren.
  • Schlagreisig einige Zeit und bei ausreichendem Platz teilweise auch längerfristig im Heckenbereich liegen lassen, später häckseln und kompostieren. Falls das Schnittgut verbrannt wird, darauf achten, dass keine Tiere, die Asthaufen schnell besiedeln (wie z.B. Igel, Eidechsen), verbrannt werden!

(zusammengestellt nach ANL GRAUBÜNDEN 2002 und MLR 10-87).

 

Foto: S. Krebs

Grundsätzlich ist der Erhalt alter Hecken Neuanpflanzungen vorzuziehen, da zur Ausbildung einer artenreichen Hecke 150 – 250 Jahre benötigt werden (KAULE 1986: 267), eine neu angelegte Hecke eine alte also keinesfalls ersetzen kann.

 

Bei der Neuanpflanzung einer Hecke gilt es folgendes zu beachten:

 

Flächenwahl:

  • Keine Heckenpflanzungen um jeden Preis! Es gibt durchaus großstrukturierte Landschaften, in denen Hecken weder typisch noch sinnvoll sind. So benötigen insbesondere zahlreiche Vogelarten große zusammenhängende Gebiete ohne Hecken und Baumgruppen, da sie sich in kleinkammrigem Gelände aufgrund ihrer großen Fluchtdinstanz durch die Sichtbehinderung verunsichert fühlen. (z. B. Großtrappe, Feldlerche). D.h. keine Heckenpflanzungen in Gebieten mit vorkommen solcher Arten; hier eignet sich eher die Anlage von Ackerrandstreifen und Saumbiotopen bzw. die ökologische Bewirtschaftung der Äcker als Instrument zur Biotopvernetzung.
  • Heckenpflanzungen nur im Einverständnis mit den Flächeneigentümern, im ausreichenden Grenzabstand zu Nachbarflächen.
  • Eine naturnahe, ökologisch wirksame Hecke besteht aus einer mehrreihigen, vielschichtigen, artenreichen Baum- und Strauchschicht in Kombination mit vorgelagerten Wildstaudensäumen. Dabei wachsen in der Mitte große, hohe, lichthungrige Bäume. Ein ausreichend breites Heckenprofil besteht daher aus einer 3- bis 5-reihigen Gehölzpflanzung mit einem jeweils möglichst mehr als 1m breiten Wildstaudensaum, d.h. in der Breite sind ca. 5 – 10m erforderlich.
  • Als optimale Größe für Feldholzinseln gelten 1500 bis 3000 m².
  • Ungeeignet sind Flächen, die bereits wertvolle Lebensräume schutzwürdiger Pflanzen- und Tierarten sind (z.B. Feuchtwiesen, Halbtrockenrasen).
  • Geeignet sind z.B. parallel zur Bewirtschaftungsrichtung verlaufende Böschungen und Stufenraine, Feld- oder Grabenraine.
  • Bei Hecken entlang von Wirtschaftswegen in der Flur ist ein Verlauf auf der Wegsüdseite am günstigsten, weil der Schatten dann vorwiegend auf den Weg fällt.
  • Für die Anlage von Feldholzinseln eignen sich v.a. missgeformte und daher schlecht zu bewirtschaftende Grundstücke (sog. Geländespitzen, Geländezwickel).
  • Feldholzinseln sollten von der Siedlung und von stark befahrenen Verkehrstrassen mind. 150m entfernt sein.

(MLR 10-87)

 

Planung:

  • Heimische Arten und autochthones (lokales) Pflanzgut verwenden! Am besten in der Umgebung nachschauen was und in welcher Zusammensetzung dort wächst! Orientieren Sie sich bei der Pflanzenartenwahl an  der Zusammensetzung alter Hecken in der Umgebung des vorgesehenen Standorts!
  • Eine Excel-Tabelle der für Baden-Württemberg geeigneten heimischen Gehölze für Pflanzungen in der Flur findet sich am Ende des Abschnitts. Mit den Filtern kann hier auch nach Gehölzen für spezielle Standorteigenschaften (z.B. schattig, feucht und basisch) gesucht werden.
  • Die Tabelle wurde erstellt nach MLR 10-87: 34f.
  • Standortgerechte Gehölze verwenden (Boden, Feuchte, Besonnung beachten).
  • Baumanteil unter 10% halten!
  • Hoher Anteil von Dornensträuchern anstreben (Weißdorn, Schlehe, Rosen, Brombeere)
  • Im Zentrum der Hecke höhere Sträucher und einzelne Bäume, Abstand der einzelnen Pflanzen nicht unter 2 x 2 m; Abstand der Bäume untereinander mindestens 10m.
  • Im Randbereich niedrigere Sträucher, Abstand nicht unter 1 x 1 m.
  • Ein Pflanzschema hilft bei der Ermittlung der benötigten Pflanzenzahl und der ungefähren Pflanzenverteilung.
  • Günstig ist eine Winddurchlässigkeit der Hecke von 40 bis 50%, wobei sich viele kleinere Lücken günstiger als wenige große auswirken. Bei dichteren Hecken kommt es in einem Abstand, der dem 1- bis 3-fachen der Heckenhöhe entspricht, zu starker Wirbelbildung (KAULE 1986)
  • Sträucher der gleichen Art in kleinen Gruppen (3 bis 5 Stück) über mind. 2 Reihen zusammenpflanzen.
  • Bei Feldholzinseln möglichst buchten- und grenzlinienreiche Ausgestaltung des Gehölzaußenrandes.
  • An den Außenrändern  von Hecken und Feldholzinseln Platz für Wildkrautsamen lassen (bei genügend großen Feldholzinseln auch im Innern Flächen mit Gräsern und Kräutern vorsehen).

(MLR 10-87)

 

Pflanzung:

  • In Gebieten mit winterlicher Gefahr von Barfrösten und Austrocknung besser im Frühjahr als im Herbst pflanzen.
  • Pflanzenwurzeln vor dem Pflanzen gegen Austrocknung (Sonne, Wind) schützen (Einschlagen, abdecken).
  • Pflanzung möglichst unter fachlicher Anleitung (Auslegen der Pflanzen, Wurzel- und Triebschnitt, Antreten der Pflanze in der Pflanzgrube, Angießen).
  • Schutz der Pflanzung vor Tieren und Menschen (Zaun).

(MLR 10-87)

 

Die Anlage von sog. Benjes-Hecken, bei denen Gehölzschnitt wallartig gestapelt wird, um nach dessen Verrottung und dem Einzug von Gehölzdiasporen durch Vögel, zu einer lebenden Strauchhecke zu gelangen, ist nur bedingt empfehlenswert:

  • Eine originäre Benjeshecke benötigt eine sehr lange Entwicklungszeit von ca. 10 – 15 Jahren.  Werden in Ergänzung einzelne Bäume und Sträucher gepflanzt, kann die Entwicklungsdauer verkürzt werden.
  • Das Astwerk darf dabei nicht zu dicht abgelagert werden.
  • Die Etablierung einer Hecke erfolgt nur auf niederschlagsreichen Standorten.
  • Für Ergänzungspflanzungen erweist sich ein frisch gepflügter Boden als vorteilhaft.
  • Um Missverständnisse in der Bevölkerung in den ersten Jahren zu vermeiden (wilde Mülldeponie o.ä.) sollten erläuternde Schilder angebracht werden.

(zusammengestellt nach HILBIG UND WÜNSCHE 1997 und AKN)

 

Startpflege:

  • Mindestens in den ersten beiden Sommern nach der Pflanzung die Gehölztriebe vor dem Überwuchern durch krautige Pflanzen schützen (Krautwuchs aussicheln oder niedertreten).

(MLR 10-87)

 

Tabelle einheimischer Heckenpflanzen

 

5. Kosten

Nach der Landschaftspflegerichtlinie (Stand 28.10.2015) können für die Nutzungsaufgabe von Grünland bzw. Ackerland (z.B. zur Anlage einer Hecke) folgende Ausgleichssätze (€/ha/a) gewährt werden:

Nutzungsaufgabe von Grünland

520

Nutzungsaufgabe von Ackerland

370

 

 

6. Literatur

  • BAYERISCHE LANDESANSTALT FÜR LANDWIRTSCHAFT (LfL) (Hrsg.) (2005): Hecken, Feldgehölze und Feldraine in der landwirtschaftlichen Flur, LfL-Information, 11. Auflage
  • DEUTSCHER VERBAND FÜR LANDSCHAFTSPFLEGE (DVL) e.V. (2006): Landschaftselemente in der Agrarstruktur  - Entstehung, Neuanlage und Erhalt. DVL-Schriftenreihe "Landschaft als Lebensraum", Heft 9, 122 S.
  • HAFFNER, W. (2001): Skript zur Vorlesung vom 28.06.2001 an der Uni Giessen über lineare anthropogene Gehölz- und Saumstrukturen, 4 S.
  • HILBIG, W. UND WÜNSCHE, O. (1997): Die Vegetationsentwicklung im Bereich von Benjes-Hecken. Erfahrungen am Versuchsgut Schlüterhof bei Freising. – SuB Heft 07/97: IV-13 – IV-14.
  • HÖLL, N. UND BREUNIG, T. (Hrsg.) (1995): Biotopkartierung Baden-Württemberg. Ergebnisse der landesweiten Erhebungen 1081 – 1989. - Beih. Veröff. Naturschutz Landschaftspflege Bad.- Württ. 81: 1 – 544.
  • KAULE, G. (1986): Arten- und Biotopschutz. – Stuttgart: Ulmer. 461 S.
  • MEYERHOFF, E. (2006): Hecken planen, pflanzen und pflegen - eine praktische Anleitung für Landwirte. Merkblatt, Bioland-Verlag, Mainz
  • MINISTERIUM FÜR LANDLICHEN RAUM, ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN (Hrsg.) (1987): Landschaft als Lebensraum. Biotopvernetzung in der Flur. -  Stuttgart. 95 S. (MLR-10-87)
  • MÖSELER, B. M. (2002): Hecken in der Kulturlandschaft. Lebensraum für Pflanze und Tier. – Lebensraum 3/ 2002: 4-5.
  • NICKEL, E. (1999): Pflanzgut regionaler Herkünfte - Lösungsansätze in Baden-Württemberg. In: Fachdienst Naturschutz, Naturschutz-Info 2/99. S. 22-24
  • REIF, A. (2002). Hecken und Gebüsche – Funktionen und Leitbildentwicklung. Vortrag zur Tagung Ökologie, Funktion und Pflege von Hecken und Flurgehölzen vom 24. – 25. Oktober 2002 in Freiburg. 3 S.
  • REIF, A. UND ACHTZIGER, R. (2000): Gebüsche, Hecken, Waldmäntel, Feldgehölze (Strauchformationen) – In: KONOLD, W., BÖCKER, R. UND HASMPICKE, U. (1999): Handbuch Naturschutz und Landschaftspflege. Kompendium zu Schutz und Entwicklung von Lebensräumen und Landschaften. – Landsberg: ecomed.
  • RÖSER, B. (1988): Saum- und Kleinbiotope. Ökologische Funktion, wirtschaftliche Bedeutung und Schutzwürdigkeit in Agrarlandschaften. – Landsberg: ecomed verlagsgesellschaft mbH. 258 S.
  • ROTH, D. UND BERGER, W. (1999): Kosten der Landschaftspflege im Agrarraum. – In: KONOLD, W., BÖCKER, R. UND HASMPICKE, U. (1999): Handbuch Naturschutz und Landschaftspflege. Kompendium zu Schutz und Entwicklung von Lebensräumen und Landschaften. – Landsberg: ecomed.
  • WEBER, H. E. (2003): Gebüsche, Hecken, Krautsäume. Ulmer Verlag Stuttgart.

7. Links

 

Fußleiste